Redaktion

Wie lebt es sich eigentlich in … Veltenhof?!

Als Großstadt ist Braunschweig vieles: bunt, laut, leise, grün, bebaut, spießig, lässig, aber nie: eintönig. So verschieden die Menschen, so verschieden auch die Stadtteile. In unserer neuen Rubrik „Stadttteilgesichter“ besuchen wir regelmäßig andere Stadtteile der Löwenstadt und unterhalten uns mit ihren Bewohnern über ihren „Kiez“. Wir fragen nach ihren liebsten Orten – Cafés, Parks, Kneipen, Läden, Restaurants, was auch immer ihnen in den Sinn kommt.

In der sechsten Folge besuchen wir Kristina Koch im Stadtteil Veltenhof.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Veltenhof (als Thelettunun) zusammen mit fünf anderen Ortschaften in einer Urkunde Heinrichs II. am 24. Januar 1007 und 1031 als Velittunum in der Weiheurkunde der Magnikirche. Bis ins 18. Jahrhundert bestand es aber nur aus einigen Bauernhäusern. Mitte des 18. Jahrhunderts ließ Herzog Karl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel (1713–1780) in Veltenhof Bauern aus der Pfalz zum Anbau von Tabak und Wein ansiedeln. Die ersten Pfälzer kamen 1749. In der Folgezeit entwickelte sich der Alte Hof in Velten schnell zu einem stattlichen Dorf. Zu den Häusern im Alten Hof und am Münzberg kamen zahlreiche Höfe auf der Straße Unter den Linden hinzu. Der Anbau von Tabak und Wein war nicht so ertragreich wie erhofft, jedoch stellten die Bauern fest, dass sich auf den sandigen Böden hervorragend Gemüsespargel anbauen ließ. Dieser wird seit 1850 bis heute in Veltenhof und Umgebung angebaut. Der Stadtteil hat heute 2.788 Einwohner und zählt damit noch immer zu kleineren Stadtteilen in Braunschweig (Stand 31.12.2016).

Kristina Koch ist freischaffende Künstlerin unter ihrem Mädchennamen Kristina Michalski und arbeitet hauptberuflich bei der Stadt Braunschweig im Bereich Schulkindbetreuung. Momentan befindet sich die 33-Jährige in Elternzeit und betreut ihre zwei Kinder.

Wie lange lebst Du schon in Veltenhof?

Ich lebe seit über neun Jahren in Veltenhof, aber bereits seit 14 Jahren in Braunschweig. Ich bin zum Studieren hierher gekommen und wegen der Liebe geblieben.

Was gefällt Dir in Veltenhof am besten?

Mir gefällt die Mischung aus dörflicher Idylle, Natur und die Nähe zur Innenstadt. Hier kennt man seine Nachbarn und die Besitzerin des Blumenladens mit Vornamen, man hat Zeit für ein Schwätzchen beim Bäcker und interessiert sich für sein Örtchen. Zudem gibt es viele schöne Strecken zum Spazieren, die zum Kastanien sammeln oder am Mittellandkanal zum Schiffe zählen einladen.

Wenn man Lust auf das pulsierende Leben hat, ist man in zehn bis fünfzehn Minuten in der Innenstadt.

Gibt es einen besonderen Ort, wo Du gerne bist?

Ich mag die großen Kastanienbäume am Friedhof und die Strecke entlang des Naturschutzgebiets. Unser Lieblingsort als Familie ist allerdings der nahegelegene Ölpersee. Laufrad fahren, Boote aus Rinde bauen und picknicken … das ist dort alles möglich. Zudem gibt es dort die herzlich geführte Eisdiele am Schwarzen Berg. Nur schade, dass sie Pistazie und Erdnuss aus dem Sortiment genommen haben. Lacht.

Wie bewegst Du Dich in Braunschweig fort?

Mit dem Rad oder mit dem Auto. Wenn wir Veranstaltungen besuchen nutzen wir auch die öffentlichen Verkehrsmittel. Das Fahrrad ist allerdings mein liebstes Fortbewegungsmittel. Entlang des Ölpersees, am Ringgleis oder am Mittellandkanal fährt es sich am schönsten.

Du bist Künstlerin. Wie siehst Du die hiesige Kunstlandschaft?

Es gibt die großen ‚kleinen‘ Konstanten, die sich immer wieder für einen Besuch lohnen. Der einRaum5-7 zeigt die unterschiedlichsten künstlerischen Positionen und der Allgemeine Konsumverein beißt sich seit Jahren mit einem außergewöhnlichen Programm durch, vor allem im Bereich Klangkunst ein guter Tipp. Ferner gibt es in diesem Jahr wieder das kleine feine Kunstheft 12mal12 – Edition 2017.

Interview und Foto: Stefan Zeuke

Happy Birthday, Haus der Wissenschaft! – Veranstaltungsspecial zum zehnjährigen Jubiläum

KIWI-Forscherinnen und Forscher im Agnes-Pockels-Labor der Technischen Universität Braunschweig. Foto: Haus der Wissenschaft/F. Koch

Erinnern Sie sich noch an das Jahr 2007? Der 4. Klimaschutzbericht wird vorgestellt, die Rohölpreise erreichen ein neues Rekordhoch, eine weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise bahnt sich an, die Weltraumsonde Rosetta lässt sich vom Mars in die Tiefen das Weltalls katapultieren, in San Francisco wird ein gewisses iPhone vorgestellt – und in Braunschweig wird am 24.10.2017 die „Haus der Wissenschaft GmbH“ gegründet.

Brücke zwischen Wissenschaft und Stadtgesellschaft

Was haben diese ausgewählten Schlaglichter der Zeitgeschichte mit dem Haus der Wissenschaft gemeinsam? Sie haben nicht nur im gleichen Jahr ihren Anfang genommen, sie begleiten das Haus der Wissenschaft auch bis heute. Klimaerwärmung und Energieversorgung, Luft- und Raumfahrt oder moderne Kommunikationstechnologien: Das Haus der Wissenschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, die ganz großen Themen aus Forschung und Wissenschaft für jeden verständlich und nachvollziehbar zu machen. Im Haus der Wissenschaft wird die Tatsache, dass die Region Braunschweig zu den forschungsstärksten Regionen Europas zählt, konkret und erlebbar. Noch vor 13 Jahren war die Situation in Braunschweig eine andere: Die renommierten Forschungseinrichtungen waren im öffentlichen Bild der Stadt kaum sichtbar, der Wissenschaftsstandort Braunschweig nicht erkennbar. Ein „Turm der Wissenschaften“ sollte die Antwort sein. Kein unerreichbarer Elfenbeinturm, sondern eine Plattform, die die Aussicht auf eine faszinierende Umwelt mit einer breiten Öffentlichkeit teilt.

Haus der Wissenschaft mit Kuppel. Foto: Haus der Wissenschaft/A. Bormann

„Turm der Wissenschaften“ für Braunschweig

Ein Leuchtturm ist es in der Tat geworden – nicht nur im übertragenen Sinn, sondern auch der Erscheinung nach. Seit 2009 residiert das Haus der Wissenschaft in den Räumen der ehemaligen pädagogischen Hochschule. Jenem Gebäude aus rotem Backstein, das dem Campus der Technischen Universität Braunschweig ein markantes Gesicht verleiht. Im Mai 2011 wurde die charakteristische Glaskuppel auf dem Dach errichtet, der Leuchtturm der Wissenschaft hatte seine bauliche Vollendung gefunden. Die Arbeit für Wissenschaft und Stadtgesellschaft begann aber nicht erst mit der Neueröffnung des Gebäudes. Die ersten innovativen Veranstaltungsformate präsentierte Markus Weißkopf, der erste Geschäftsführer der Haus der Wissenschaft GmbH, bereits Mitte 2008, gerade mal ein halbes Jahr nach der Gründung. Denn eins war den Ideengebern klar: Das Haus der Wissenschaft sollte nicht nur wie ein Leuchtturm aussehen, sondern auch wie einer wirken.

Von Braunschweig aus in die ganze Republik

KIWI-Forscherinnen und Forscher bauen Spaghettitürme und beschäftigen sich mit Architektur und Bauwesen. Foto: Haus der Wissenschaft/F. Koch

Innovativ, interaktiv, generationenübergreifend und interdisziplinär waren die Schlagworte für das zukünftige Veranstaltungsprogramm. Sie sind zum Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg des Konzepts geworden. Gleich die erste große Veranstaltung sollte zu einem Dauerhit werden: der „Science-Slam“, erstmalig ausgerichtet am 6. Juni 2008. Das Kurzvortragsturnier von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern vor Publikum sollte von Braunschweig aus die ganze Republik erobern. 2009 folgten die „KiWi-Forschertage für Kinder“, ein Ferienprogramm für Schülerinnen und Schüler mit Experimenten, Seminaren und Erkundungstouren. Ebenfalls 2009 gestartet: die Diskussionsrunde „Tatsachen? Forschung unter der Lupe“ zu aktuellen Forschungsfragen aus Sicht unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen sowie der „Astroherbst“ mit Vorträgen zum Themengebiet Astronomie. Im Frühjahr 2010 ging dann die Veranstaltungsreihe „Logo – Wissenschaft aus Braunschweig“ in Kooperation mit NDR Info auf Sendung. Zu hören nicht nur im Radio, sondern natürlich auch live im Haus der Wissenschaft zu erleben.

Forscherwette zur European Researchers‘ Night 2014: 1271 Forscherinnen und Forscher zeigten mit aufgespannten Regenschirmen eindrucksvoll, welchen hohen Stellenwert Forschung in der Region Braunschweig hat. Foto: M. Kruszewski

Neue Formate für die Wissenschaftsvermittlung

Bis heute sind zahlreiche weitere Veranstaltungsformate und Projekte hinzugekommen. Vom ersten „Energiecafé“ (2010) über die „Luftfahrt der Zukunft“ (2011) und „Experten in der Schule“ (2011) bis hin zum „best choice-Slam“ (2016), dem Unternehmensslam für Jobsuchende und Berufseinsteiger. Events, die von Anfang an so erfolgreich waren, dass sie bis heute regelmäßig stattfinden. Hinzu kommen Highlights wie die „Streberschlacht“ (2012), das „Festival der Utopie“ (2013) oder die „European Researchers Night“ (2014) mitten in der Braunschweiger City. Verantwortlich hierfür: Dr. Karen Minna Oltersdorf, die im März 2012 die Geschäftsführung von Markus Weißkopf übernahm.

 „10 Jahre | 10 Tage“ – Start des großen Jubiläumsprogramms

Vor zehn Jahren ist das Haus der Wissenschaft angetreten, um eine dauerhafte Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, der Stadt und ihren Bewohnern zu schaffen – Mission geglückt! Ein Jahrzehnt hochspannendes Edutainment auf Tuchfühlung mit alltäglicher Lebenswelt und außergewöhnlicher Wissenschaft wird gebührend gefeiert. Ein Best-of der erfolgreichsten Veranstaltungsformate steht auf dem zehntägigen Jubiläumsprogramm vom 11. bis 20. Oktober 2017: Spezialausgaben von „Kiwi-Forschertagen“, „Astroherbst“, „Energiecafé“ oder „Tatsachen? – Forschung unter der Lupe“ zum Beispiel.

Publikum beim Science Slam im Haus der Wissenschaft. Foto: Haus der Wissenschaft/F. Koch

Das Highlight zum Abschluss: „Giant Science Slam“

Am 20. Oktober wartet dann der ultimative Jubiläumsknaller auf die Geburtstagsgäste. Mit dem „Giant Science Slam“ veranstaltet das Haus der Wissenschaft seinen bis dato größten Science Slam. So groß, dass er in der Stadthalle Braunschweig stattfinden wird. Unter dem Motto „Ring frei für die besten Köpfe!“ treffen Deutschlands beste Science Slammer aufeinander. Ebenfalls live on stage: Die Braunschweiger Band You&Me im Anschluss an den Slam. Danach bittet DJ Fry (Profs@Turntables) auf die Tanzfläche. Karten für den Giant Science Slam sind unter www.konzertkasse.de oder 0531 16606 und in allen Ticket-Shops der Konzertkasse erhältlich (12 Euro, 7 Euro ermäßigt zzgl. VVK-Gebühr).

Text: Jan Engelken

Beitragsbild: Kernteam des Haus der Wissenschaft Braunschweig. Von l. n. r: Rebecca Jeske, Carina Teufel, Britta Eisenbarth, Dr. Karen Minna Oltersdorf. Das Team wird außerdem unterstützt von einem Auszubildenden, einer FSJlerin und studentischen Hilfskräften. Foto: Lasse Lehmann

„Ein enormes Spektrum an beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten“

Vor kurzem haben wir über Tim Hondke berichtet. Der 21-Jährige macht bei Volkswagen Financial Services ein duales Studium zum Fachinformatiker und freut sich dank Übernahmegarantie auf seine berufliche Zukunft. Doch wie sieht der Alltag bei Europas größtem automobilen Finanzdienstleister wirklich aus? Vor genau zehn Jahren begann auch Stefan Schossland hier seine Ausbildung zum IT-Spezialisten. Inzwischen erleichtert die von ihm und seinem Team entwickelte Software vielen Sachbearbeitern die tägliche Arbeit und entscheidet deutschlandweit in Autohäusern maßgeblich darüber, ob und wie ein Finanzierungsgeschäft mit der Volkswagen Bank zustande kommt.

Schon zu Schulzeiten interessierte sich Stefan Schossland aus Vechelde für Informatik und digitale Themen, und so machte er sich nach der Fachhochschulreife auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz zum Fachinformatiker. „Wichtig war mir, die volle Bandbreite der IT-Bereiche kennenzulernen und somit ist für mich nur ein großes Haus in Frage gekommen“, erklärt der heute 28-Jährige. So fiel seine Wahl auf die Volkswagen Financial Services AG in Braunschweig. „Während des Bewerbungsgesprächs wurde mir nahegelegt, meine Ausbildung  im Rahmen eines dualen Studiums zu absolvieren. Das hat sich für mich im Nachhinein als ein Sechser im Lotto herausgestellt.“

Wie heute bei Tim Hondke gliederte sich auch seine Ausbildung in ein theoretisches Studium an der Universität und Praxis im Unternehmen. „Der Einstieg war super und die Kollegen sehr nett. Vom Arbeitspensum her war es zwar anspruchsvoll, aber nicht so stressig, wie einem dualen Studium oft nachgesagt wird“, erinnert sich Schossland an die Jahre 2007 bis 2010. „Besonders gefallen hat mir auch das Networking im Unternehmen. Diese Kontakte sind mir bis heute von Nutzen.“ Und dank Übernahmegarantie konnte er sich schon vor dem Bachelor aussuchen, in welchem Bereich er anschließend arbeiten möchte.

Die Wahl erleichterte ihm ein Kollege aus dem Vertragsmanagement für Finanzierungen. „Er hat mir das Thema sehr spannend verkauft – aber genauso spannend, wie es tatsächlich ist“, erzählt Schossland. Im Kern geht es dabei um die digitale Unterstützung der Finanzierungsgeschäfte: das Anlegen und die Validierung von Kunden- und Geschäftsdaten, Bonitätsprüfungen und vieles mehr, also die IT-seitige Unterstützung der betriebswirtschaftlichen Prozesse. Dazu gehört auch die Pflege und Weiterentwicklung des Systems sowie die Bereitstellung von architekturellen Frameworks für andere Applikationen im Unternehmen. Das war bis 2013. Seitdem hat Schossland weitere Projekte hospitiert und sich in Richtung Software-Architektur und Projektmanagement spezialisiert.

Inzwischen ist er Teamleiter in der Wartung und Weiterentwicklung der Finanzierungsankaufsysteme: „Ich betreue die Systeme, die zwischen den Autohäusern und unseren Büchern hinsichtlich produkttechnischer Weiterentwicklungen und neuer gesetzlicher Anforderungen stehen“, erklärt er. „Wenn sich z.B. gesetzliche Anforderungen, wie mit Kundendaten umzugehen ist, ändern, muss das auch in unserem IT-System berücksichtigt werden.“ Sein Team umfasst vier interne und vier externe Mitarbeiter, zwei Studenten sowie eine wechselnde Zahl von Auszubildenden. Arbeitsplanung, Kapazitätssteuerung und Mitarbeiterführung gehören also zu seinem täglichen Know-how.

„Am meisten begeistert mich, dass man in den unterschiedlichsten Bereichen kreativ sein kann“, schwärmt Schossland. „Meinen Alltag prägt eine Kombination aus Planung und Kommunikation einerseits und viel Technik und den immer neuen Möglichkeiten der Digitalisierung andererseits. Das ist sehr spannend.“ Diese Vielfalt mache Volkswagen Financial Services gerade für IT-Spezialisten zu einem besonders attraktiven Arbeitgeber: „Wir bieten ein sehr breites Feld an IT-Know-how. Das geht von Front-End-Entwicklung, Big Data und Business Warehouse-Logik über SAP-Eigenentwicklung bis hin zu Projektmanagement. Hier gibt es für alle Themen Spezialisten und ein enormes Spektrum an beruflichen Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten.“

Mehr zu diesen Möglichkeiten und aktuelle Stellenanzeigen unter www.vwfsag-karriere.de.

 

Wie lebt es sich eigentlich in … Lehndorf?

Als Großstadt ist Braunschweig vieles: bunt, laut, leise, grün, bebaut, spießig, lässig, aber nie: eintönig. So verschieden die Menschen, so verschieden auch die Stadtteile. In unserer neuen Rubrik „Stadttteilgesichter“ besuchen wir regelmäßig andere Stadtteile der Löwenstadt und unterhalten uns mit ihren Bewohnern über ihren „Kiez“. Wir fragen nach ihren liebsten Orten – Cafés, Parks, Kneipen, Läden, Restaurants, was auch immer ihnen in den Sinn kommt.

In der fünften Folge besuchen wir Lehndorf. Der aus zwei Teilen besteht: dem Teil „Alt-Lehndorf“, das alte Dorf, und dem Teil „Lehndorf-Siedlung“, dessen Planung und Bau in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in wenigen Jahren durchgeführt wurde. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird Lehndorf in der Abschrift einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1067, die in einer kostbaren Handschrift des Welfenschatzes eingebunden ist. Mit knapp 6.260 Einwohner zählt Lehndorf zu den mittleren Stadtteilen in Braunschweig.

Hier treffen wir Dirk Gebhardt . Dirk Gebhardt ist 49 Jahre alt, seit 22 Jahre verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Beruflich ist Dirk selbständiger Vermögensberater.

Dirk Gebhardt wohnt seit 22 Jahren in Lehndorf. Foto: Stefan Zeuke

Wie lange lebst Du schon in Lehndorf?

Geboren bin ich 1968 in Braunschweig, wie so viele in der Cellerstraße. Aufgewachsen in Watenbüttel und dann habe ich die große Reise Richtung Lehndorf angetreten. Dort lebe ich seit 1994.

Wo arbeitest Du?

Ich bin selbstständiger Vermögensberater bei der DVAG und lebe mittlerweile seit 1994 in Lehndorf. Ich bin seit 22 Jahren verheiratet und habe einen erwachsenen Sohn.

Du bist ja unter anderem für das Schützenfest in Lehndorf zuständig. Wird es schwieriger so ein Fest auf die Beine zu stellen?

Mittlerweile bin ich schon seit über zwölf Jahren ehrenamtlich tätig. Zuerst in unserem Sportverein Lehndorfer TSV als Jugendtrainer und Mitarbeiter im Vorstand und seit nunmehr drei Jahren in der Lehndorfer Arbeitsgemeinschaft in der Funktion als 1. Vorsitzender. Die Arbeitsgemeinschaft organisiert jetzt schon seit mehr als 60 Jahre das alljährliche Volksfest und bereits zum 3. Mal das Lehndorfer Oktoberfest. Unser Volksfest gehört zu den vier größten Stadtteilfesten in Braunschweig und zieht ein breites Publikum von Jung bis Alt aus ganz Braunschweig an. Dort zeigen wir Lehndorfer jedes Jahr aufs Neue, dass wir es verstehen zu feiern. Da in die Planungen viele Vereine involviert sind und auch bereit sind etwas für den Zusammenhalt unseres Stadtteils zu tun, geht die Arbeit Hand in Hand über. Egal ob der Lehndorfer TSV oder der Siedlerverein oder aber unsere Ortspolitiker alle ziehen hier an einem Strang.

Was gefällt Dir hier am besten?

Das wirklich Schöne an Lehndorf ist, dass es ein Dorf ist, andererseits aber stadtnah liegt, so dass man es bequem zu Fuß oder Rad in die Innenstadt schafft.

Welche Restaurants oder Cafés muss man in Lehndorf besuchen?

Es gibt einige lohnende Ausflugsziele in Lehndorf, egal ob es der wunderschöne Biergarten in Wolfs Gasthaus ist oder ein Besuch in unserer Pizzeria und Eiscafe am Saarplatz oder aber eine gemütliche Familienfeier mit tollem Essen und kühlen Getränken in unserem Lehndorfer Vereinsheim. Nicht zu vergessen das ganz idyllisch gelegene Ölper Waldhaus mit einem tollen Ambiente und hervorragender Küche.

Interview und Fotos: Stefan Zeuke

„Immer ein paar Jahre voraus“ – Arbeiten an der TU Braunschweig

20.000 Studierende und 240 Professuren mit 71 Studiengängen auf 400.000 m2 in 180 Gebäuden: Die im Jahr 1745 als „Collegium Carolinum“ gegründete Technische Universität Braunschweig ist eine der führenden technischen Hochschulen Deutschlands und ein eigener Kosmos innerhalb der Löwenstadt. Hier bildet sie das Herzstück einer der forschungsintensivsten Regionen Europas. Doch ihren erfolgreichen Betrieb ermöglichen erst die vielen engagierten Menschen hinter den Kulissen: Mit insgesamt 3.650 Mitarbeitern, davon rund 1.500 Beschäftigte außerhalb der Wissenschaft, ist die „Carolo Wilhelmina“ zugleich auch eine der größten Arbeitgeberinnen der Region.

„Arbeiten an der Universität hält jung“, schwärmt Dietmar Smyrek, hauptberuflicher Vizepräsident der TU Braunschweig. „Man hat täglich mit jungen Leuten und kreativen Ideen zu tun, ist ständig an aktuellen Themen dran.“ Der Diplomkaufmann ist seit 2010 verantwortlich für die Leitung der Universitätsverwaltung. Zuvor war er Standortleiter am DLR Braunschweig und Göttingen. „Die meisten unserer Beschäftigten haben eine unmittelbare Nähe zu den Professorinnen und Professoren und ihrer Arbeit. Wir dienen als Ansprechpartner und werden als Unterstützung wahrgenommen“, beschreibt Smyrek das Verhältnis von Wissenschaft und Verwaltung. „Wir sind kein anonymer Massenbetrieb. In der Wissenschaft ist jeder Fall ein Einzelfall, und es ist von allen Beteiligten viel Kreativität gefragt.“

Das Spektrum der Tätigkeitsfelder an einer großen Hochschule ist enorm. Denn neben den klassischen Verwaltungsfachkräften hat sie auch viele vermeintliche Exoten unter Vertrag. So beschäftigt die TU Braunschweig beispielsweise eigene Tischler: Viele tausend Stühle, Bänke und Tische, die von den Studierenden Tag für Tag beansprucht werden, müssen schließlich repariert und gewartet werden. Und sogar Piloten stehen im Dienst der Universität – praxisnahe Wissenschaft am Forschungsflughafen macht es möglich. Darüber hinaus gibt es Gärtner, Juristen, Reinigungskräfte, Mediziner, Buchbinder, Architekten, Informatiker, Sozialpädagogen, Techniker und viele mehr – ein Spiegelbild der modernen Arbeitswelt.

Zugleich sorgt die TU Braunschweig für mehr als nur den wissenschaftlichen Nachwuchs: Mit 130 Ausbildungsplätzen ist sie auch eine der größten Ausbildungsstätten der Region. Von Fachinformatikern und Verwaltungsfachangestellten über Industriemechaniker und Systemelektroniker bis hin zu Fitnesskaufleuten und Buchbindern: In den vielen Werkstätten, Büros und Laboren der universitären Einrichtungen werden 19 verschiedene Ausbildungsberufe gelehrt. Zudem heißt es auch hier, über den Tellerrand zu schauen und voneinander zu lernen: In der so genannten „Lernfabrik“ werden Studium und Ausbildung zusammengebracht. „Die Auszubildenden kommen in Berührung mit wissenschaftlichen Experimenten. Und die Studierenden erhalten Einblick in die Ausbildung und lernen praxisnah“, erklärt Smyrek.

Ob Studierende, Auszubildende oder Angestellte: Sie alle profitieren an der TU Braunschweig von der Vernetzung mit den zahlreichen außeruniversitären Forschungszentren und modernsten Arbeitsbedingungen. „Internationalität und Diversität sind in der Hochschule bereits seit Jahrzehnten ein Thema“, weiß Smyrek. „Wir sind bei vielen gesellschaftlichen Themen immer ein paar Jahre voraus.“ Das gilt auch für die praktischen Dinge des Berufsalltags, vom flexiblen Home Office bis zur Elektro-Tankstelle. Eine Universität ist in vielerlei Hinsicht ein gesellschaftlicher Impulsgeber.

Und so wird auch Familienfreundlichkeit groß geschrieben: Mit dem Dual Career Netzwerk SüdOstNiedersachsen widmet man sich gezielt der Förderung von Doppelkarrierepaaren. „Wenn jemand aus einer anderen Region hierher kommt, versuchen wir, innerhalb des Netzwerkes auch eine Beschäftigungsmöglichkeit für den Partner zu vermitteln“, erklärt Smyrek. Und Belegplätze für Kindergärten in Trägerschaft des Studentenwerkes erleichtern den Umzug für junge Familien. Personalentwicklungsprogramme sowie die kostengünstige Nutzung von Sportzentrum, Sprachenzentrum und Mensa runden das Komplettpaket ab – all das mit der Sicherheit und den Gerechtigkeitsprinzipien des öffentlichen Dienstes.

Weitere Informationen und aktuelle Stellenanzeigen unter www.tu-braunschweig.de/wirueberuns/stellenmarkt

Text und Foto: Stephen Dietl

 

Ganztagsschulen in Braunschweig

Die ersten Wochen nach den Sommerferien liegen jetzt hinter uns, 2.000 Erstklässler drücken 2017 erstmals die Schulbank. Die wichtigste Voraussetzung für eine wirksame Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die zuverlässige Organisation der Kinderbetreuung. Deshalb müssen sich wohl fast alle Eltern Gedanken zu den unterschiedlichen Betreuungsangeboten machen. In Braunschweig werden hierzu verschiedene Betreuungsformen angeboten. Seit Jahren forciert die Stadt Braunschweig erfolgreich den qualitativen und quantitativen Ausbau der Kinderbetreuung. Hierzu gehört der Ausbau des Angebots von der Krippe bis zur Schulkindbetreuung oder die Ausweitung von Schulen zu Ganztagsschulen. Wo es in Braunschweig Ganztagsschulen gibt, zeigt diese Karte.

Grüne Kreise symbolisieren Grundschulen, der gelbe Kreis ist eine offene Ganztagsschule mit Hauptschule, rote Kreise zeigen Gymnasien und blaue Kreise Integrierte Gesamtschulen.

Wie lebt es sich eigentlich in … Gliesmarode?

Als Großstadt ist Braunschweig vieles: bunt, laut, leise, grün, bebaut, spießig, lässig, aber nie: eintönig. So verschieden die Menschen, so verschieden auch die Stadtteile. In unserer neuen Rubrik „Stadttteilgesichter“ besuchen wir regelmäßig andere Stadtteile der Löwenstadt und unterhalten uns mit ihren Bewohnern über ihren „Kiez“. Wir fragen nach ihren liebsten Orten – Cafés, Parks, Kneipen, Läden, Restaurants, was auch immer ihnen in den Sinn kommt.

In der vierten Folge besuchen wir Gliesmarode.

Mit der Magniurkunde findet auch Gliesmarode 1031 seine erste urkundliche Erwähnung. Abgeleitet vom Personennamen Glismoth (glisian = glänzen, mod = Mut, roth = roden) entsteht der Ortsname Glismoderoth. Im Laufe der Jahrhunderte wird er häufig abgewandelt. Mundartlich, also plattdeutsch, sagte man noch zu Beginn des 20.Jahrhunderts „Glissenroe“. (Quelle: Stadt Braunschweig)

Mit knapp 4100 Einwohner zählt Gliesmarode zu den kleineren Stadtteilen in Braunschweig (Stand: 31.12.2016 – Stadt Braunschweig).

Zur Person

Eberhard Kleinschmidt lebt seit mehr als 30 Jahren in Gliesmarode. Foto: Stefan Zeuke

Eberhard Kleinschmidt ist 77 Jahre alt, hat Germanistik, Romanistik und Fachdidaktik Französisch studiert in Göttingen, Wien, Besançon und Gießen, zum Dr .phil. promoviert, als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Braunschweig und der Universität Hannover Literaturwissenschaft und Fachdidaktik Französisch gelehrt (AOR, seit 2004 im Ruhestand). Seit Studienzeiten schreibt er lyrische Texte, im Gegensatz zum Trend der Zeit Gedichte nach klassischen Vorbildern, aber in der Sprache von heute. Seit 2013 beim Poetry Slam unterwegs. Im Internet findet man Eberhard Kleinschmidt unter http://www.eberhard-kleinschmidt.de.

Wie lange lebst Du schon in Gliesmarode?

Seit 1980.

Was gefällt Dir hier am besten?

Die Wohnlage in einem ruhigen Ortsteil hat meine Frau und mich dazu bewogen, hierher zu ziehen, vor allem aber – als künftige Familie mit schließlich 3 Kindern – die Nähe zu Kindergarten, Turnverein, Grundschule, Kirche, Straßenbahnanbindung und nicht zuletzt die für Kinder so wichtige verkehrsberuhigte Lage in einer Sackgasse.

Daraus ergab sich für uns als Familie die Möglichkeit, in den genannten Institutionen an deren Angeboten und Aktivitäten regen Anteil zu nehmen. In den ersten Jahren haben meine Frau und ich im Braunschweiger Spiritualchor der Bugenhagenkirche mitgewirkt. Später, da die Angebote der Kirche für junge Familien mit Kindern begrenzt waren, haben wir uns aber in die Pauli-Gemeinde umpfarren lassen. Der Turnverein SC Gliesmarode mit seinen bis heute reichhaltigen Möglichkeiten für sportliche Betätigung war für unsere Kinder entsprechend ihrem Alter ein wichtiger Anlaufpunkt. Meine Frau und ich haben dort Tai-Chi-Kurse besucht, und ich mache bis heute beim Seniorenturnen mit.

Gibt es einen besonderen Ort, wo Du gerne bist?

In Riddagshausen. Dieser Ort, vor allem die Teiche sind für uns beide bis zum heutigen Tage ein großer Anziehungspunkt. Die Nähe zu diesem Stadtteil und der wunderschöne Weg entlang der Wabe zu dieser Teichlandschaft sind fürs regelmäßige Walking ideal. Als Poet habe ich mit meinem Text-Bild-Musik-Bändchen „Der andere Frühling – Ein lyrisch-musikalischer Spaziergang durch Riddagshausen“ diesem Stadtteil mein persönliches Denkmal gesetzt.

So idyllisch verläuft die Grenze zwischen Gliesmarode und Riddagshausen. Foto: Stefan Zeuke

Außerdem bin ich gerne in der Jakobkemenate im Weichbild Altstadt am Eiermarkt. Dieses älteste erhaltene Bauwerk der Stadt Braunschweig (ca. 1250) ist als Baudenkmal heute ein Kultur-, Veranstaltungs- und Begegnungsort. Als es 2006, restauriert und erweitert, seiner neuen Bestimmung übergeben wurde, war ich dabei und wirke hier gelegentlich noch als Mitarbeiter mit. Für mich als lyrischen Dichter bot sich die schöne Möglichkeit, die Geschichte und Geschicke dieses Gemäuers zu „verdichten“ als „Die Jakobkemenate. Eine balladeske Chronik in alter Manier“, ein Text-Bild-Band mit CD, großzügig gesponsert von der Braunschweigischen Landessparkasse, der Jakobkemenate, der O.M. Architekten BDA, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, der Stiftung Prüsse und der Galerie Jaeschke.

Was wünschst Du Dir für Deinen Stadtteil? Was für Braunschweig?

Seitdem in den 70er Jahren durch den Bau der Straßenbahntrasse der Berliner Straße der Ortskern von Gliesmarode buchstäblich überrollt wurde, fehlt dem Ortsteil das Zentrum, und er wird geradezu durchfurcht von markanten Straßenzügen, die, entsprechend den Stoßzeiten, von Autokolonnen besetzt sind – typischer Zug eines Vororts. Der Verlust des Zentrums ging einher mit Gesichtsverlust, den auch die farbig hervorgehobene Bugenhagenkirche vor dem Klein-Manhattan der Hochhäuser nur zum Teil wettmachen kann …

Wenn man aber bedenkt, dass dank der großzügigen Finanzmittel von Friedrich Georg Knapp und seinem New Yorker-Unternehmen das Bad Gliesmarode erhalten geblieben ist und seit 2016, erneuert, sich zunehmender Beliebtheit nicht nur der Gliesmaroder, sondern der gesamten Braunschweiger Bevölkerung erfreut, kann man sagen, dass weniger hundert Meter vom alten Dorfkern entfernt ein neuer attraktiver Anziehungspunkt liegt.

Das Gliesmaroder Bad wurde aufwendig saniert und ist beliebt bei jung und alt. Foto: Stefan Zeuke

Wie bewegst Du Dich in Braunschweig fort? Hast Du eine Lieblingsfahrtstrecke für unsere Leser? 

Ich bin in der Stadt nur mit dem Fahrrad unterwegs. Meine beiden Lieblingsstrecken von Gliesmarode in die Stadt sind erstens der Geh-/Fahrradweg durch Meyers Wiesen und zweitens der Weg längs der Wabe, rechts durch die Kleingärten, links entlang der Bahnstrecke, rechts über die Bahnüberführung, dann durch den Prinzenpark in die Innenstadt.

Du bist viel als Poet und Slammer unterwegs. Wie unterscheidet sich das Kulturleben von Braunschweig mit anderen Städten? Kannst Du das einschätzen? Gibt es überhaupt Unterschiede?

Ja, durch meine zahlreichen Touren beim Poetry Slam, diesem modernen Dichterwettstreit, an dem ich mich als Poet seit 2013 zunehmend intensiv beteilige, komme ich viel „rum“, stehe dann aber zumeist immer nur abends auf der Bühne, ohne an dem sonstigen kulturellen Leben der Städte teilnehmen zu können. Von daher gesehen kann ich schlecht einschätzen, wie Braunschweig, kulturell gesehen, im Vergleich zu anderen Großstädten dasteht, denke aber, meinem oberflächlichen Eindruck nach, dass sich Braunschweig mit seinen unzähligen kulturellen Angeboten durchaus „sehen lassen“ kann.

Vielen Dank für das Gespräch!

borek.digital – Mut zum Wandel

Start-ups, Mentoren-Programme und Scholarships – das klingt ein bisschen wie Vokabular aus dem kalifornischen Silicon Valley, dem Geburtsort richtungsweisender Entwicklungen und taktgebender Unternehmen des digitalen Zeitalters. Und das soll es auch: Denn mit borek.digital geht die Richard Borek Unternehmensgruppe neue Wege und holt den innovativen Gründergeist nach Braunschweig.

„Digitalisierung bedeutet Umdenken: in der Arbeitsweise, im Umgang mit neuen Technologien, aber auch in Bezug auf die Anforderungen der Kunden“, weiß Nima Shafaghat. Der 32-jährige Wirtschaftsinformatiker ist seit Kurzem verantwortlich für die Digitalisierung der Richard Borek Unternehmensgruppe, einer eigens für ihn geschaffenen Position, um sowohl das Unternehmen als auch die Region mit unkonventionellen Ideen nach vorne zu bringen. „Ich bin das freie Radikal“, scherzt Shafaghat. Bevor der gebürtige Braunschweiger iranischer Abstammung zu Borek kam, war er international für einen großen Automobilkonzern tätig und führte dort smarte Geräte wie Tablets, Smart Watches oder die Google Glass in den Betriebsalltag ein. „Der Wandel bedeutet vor allem ein Umdenken seitens der Mitarbeiter und Führungskräfte: flachere Hierarchien, schnellere Prozesse, kleinere Arbeitsgruppen, Interdisziplinarität. Zugleich muss man den Leuten aber auch das Know-how und die richtigen Tools mitgeben.“ Voraussetzung seien entsprechende Rahmenbedingungen.

„borek.digital ist das Bestreben, für die Unternehmensgruppe neue Impulse zu setzen und zugleich auch die Region nachhaltig zu fördern“, erklärt Shafaghat. Denn Engagement über den eigenen Betrieb hinaus hat bei Familie Richard Borek Tradition: Seit mehr als 35 Jahren unterstützt die Richard Borek Stiftung kulturelle und soziale Projekte. Und nicht zuletzt ist man mit MDM, dem größten Münzhandelshaus der Welt, und den anderen Gesellschaften der Unternehmensgruppe ein wichtiger Wirtschaftsfaktor mit internationalem Renommee. Ein innovatives Unternehmen, das die Tradition mit der Zukunft verbindet.

Und mit borek.digital stellt man nun erstmals das große Kreativpotenzial der Löwenstadt in den Mittelpunkt. Die Technische Universität, die Fachhochschule Ostfalia und die Hochschule für Bildende Künste sowie eine Vielzahl namhafter Einrichtungen im Bereich der Forschung und Entwicklung machen Braunschweig zu einer der forschungsintensivsten Regionen Europas. „Aus den hiesigen Bildungseinrichtungen gehen jedes Jahr viele junge Talente hervor, es entstehen so viele neue Ideen. Manchen fehlt dann aber noch ein Schlüsselmoment, sie auch in die Tat umzusetzen“, weiß Shafaghat.

Workshop im Rahmen des Digital Accelerator. Foto: Richard Borek Unternehmensgruppe

borek.digital ergreift daher jetzt verschiedene Maßnahmen, um diesen Schlüsselmoment auszulösen und das kreative Ökosystem zu fördern. Eine davon ist der Digital Accelerator: In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Entrepreneurship der TU Braunschweig und der FH Ostfalia werden pro Halbjahr bis zu fünf junge Start-ups vor Ort in einem zehnwöchigen Programm intensiv betreut. „Die Teams werden von externen Mentoren aus der Start-up-Szene begleitet. Zudem laden wir prominente Speaker zu Schwerpunktthemen ein. So war schon ein Professor aus dem Silicon Valley da und hat den Teilnehmern viele neue Impulse gegeben“, erklärt Shafaghat. Durch gezieltes Coaching und Coworking soll jungen Unternehmern zu einer schnelleren Geschäftsentwicklung verholfen werden. Das Besondere: Die Start-ups geben keine Gesellschaftsanteile ab.

Und beim ersten Start-up Weekend in Braunschweig, initiiert und veranstaltet durch die Richard Borek Unternehmensgruppe vom 20. bis 22. Oktober, lässt sich spielerisch und in kreativer Atmosphäre die Basis für ein eigenständiges Unternehmen oder den Launch eines Produktes schaffen. Nebenbei kann man sich mit Gleichgesinnten austauschen und Kontakte zu Investoren knüpfen. Darüber hinaus wird die Unternehmensgruppe ein Stipendium vergeben, das einem Masterstudenten der TU Braunschweig die Möglichkeit gibt, einen Monat im Silicon Valley zu forschen.

„Wir möchten ein Umfeld schaffen, in dem sich kluge Köpfe wohlfühlen und hierbleiben, statt nach Berlin oder ins Silicon Valley abzuwandern. Ein Ökosystem, das auch für Start-ups interessant ist“, fasst Nima Shafaghat die Idee hinter borek.digital zusammen. „In wenigen Jahren werden unsere ersten Start-ups hoffentlich Unicorns, die dann ihrerseits wieder Kreative anlocken. Es ist eine spannende Zeit des Wandels.“ Und mit borek.digital hat Braunschweig für diesen Wandel nun die besten Voraussetzungen!

Teilnehmer des ersten Digital Accelerator in 2017 und das Team borek.digital. Foto: Richard Borek Unternehmensgruppe

Weitere Infos und Anmeldung zum Start-up Weekend und zum nächsten Accelerator-Programm unter www.borek.digital

Text: Stephen Dietl
Titelbild: Nima Shafaghat, im Hintergrund junge Start-up-Unternehmer bei Arbeit im Digital Accelerator. Foto: Stephen Dietl

Wie lebt es sich eigentlich im … Westlichen Ringgebiet?

Als Großstadt ist Braunschweig vieles: bunt, laut, leise, grün, bebaut, spießig, lässig, aber nie: eintönig. So verschieden die Menschen, so verschieden auch die Stadtteile. In unserer neuen Rubrik „Stadttteilgesichter“ besuchen wir regelmäßig andere Stadtteile der Löwenstadt und unterhalten uns mit ihren Bewohnern über ihren „Kiez“. Wir fragen nach ihren liebsten Orten – Cafés, Parks, Kneipen, Läden, Restaurants, was auch immer ihnen in den Sinn kommt.

In der dritten Folge besuchen wir das Westliche Ringgebiet. Das Westliche Ringgebiet zieht sich von der Spinnerstraße, Eichtal bis zur Gartenstadt hin und ist mit seinen knapp 35000 Einwohnern, der größte Stadtteil von Braunschweig. Mit der Hochschule für bildende Kunst (HBK), dem Ringgleis und dem Nexus ist es den Braunschweigern als subkultureller Ort bekannt.

Ich bin im westlichen Ringgebiet mit André Pause verabredet. André Pause ist 44 Jahre alt und arbeitet bei der IHK Braunschweig in der Öffentlichkeitsarbeit.

André, wie lange lebst Du schon im westlichen Ringgebiet?

Eigentlich seit 1996, in drei verschiedenen Wohnungen, allerdings mit einer Unterbrechung von 3 Jahren, die habe ich im Östlichen Ringgebiet verbracht.

Was hat Dich ins westlichen Ringgebiet zurückgezogen, was gefällt Dir hier?

Das Westliche Ringgebiet ist noch nicht ganz so aseptisch wie das Östliche Ringgebiet. Man kann es als Vorteil sehen, wenn alles reibungslos läuft, aber ich mag das nicht ganz Perfekte, die Reibung. Im Westlichen Ringgebiet ist die Subkultur noch lebendiger und weiß sich dort auch zu behaupten. Und das finde ich an sich gar nicht schlecht. Auch wenn ich nicht alles gut finde.

Dass das Westliche Ringgebiet bunt ist, zeigen auch die vielen Graffiti. Foto: Stefan Zeuke

Gibt es einen Ort im Stadtteil, an dem Du Dich gerne aufhältst?

In meiner Wohnung auf meinem fabulösen Nordbalkon, wo die Sonne nicht scheint. Gerade bei hektischen Sommern wie diesen, wo man sich kaum in Sicherheit bringen kann vor lauter Sonne, muss man ja gucken, dass man mal im Schatten sitzt. Und das geht auf meinem Nordbalkon ganz vorzüglich. (lacht)

Sonne gäbe es zum Beispiel im Westpark für André. Hier zu sehen die Kletterwand. Foto: Stefan Zeuke

Würdest Du das Westliche Ringgebiet als Wohnort empfehlen?

Ich muss das gar nicht empfehlen, die Leute kommen auch so, um eine Wohnung hier zu finden. Und das ist wohl immer noch einfacher, als im östlichen Ringgebiet.

Was würdest Du Dir für Deinen Stadtteil wünschen? Was für die Stadt Braunschweig insgesamt? Fehlt Dir was? Muss was verbessert werden?

Auch wenn ich mich jetzt wieder anhöre, wie „Opa erzählt vom Krieg“: Mir fehlt die Subkultur, die es in der Stadt noch bis in die Nuller-Jahren gab. In diesem Bereich würde ich mir wieder mehr wünschen. Kleine feine Konzerte zum Beispiel.

Die HBK ist Zentrum der kreativen Szene im westlichen Ringgebiet. Foto: Stefan Zeuke

Gibt es Orte in Gesamt Braunschweig, wo Du Dich gerne aufhältst?

Eigentlich bin ich überall sehr gerne. Im Handelsweg im Tante Puttchen zum Beispiel. Gerade habe ich eine vom ADFC geführte Radtour in Richtung Stiddien und Timmerlah gemacht. Eine sehr schöne Gegend, da war ich gefühlte 30 Jahre nicht. Sonst bin ich gerne im Miners am Schloss oder mal im Makery Café im Magniviertel zum Frühstücken.

Nochmal zurück zur Radtour. Ist das Dein bevorzugtes Fortbewegungsmittel oder nutzt Du auch andere Verkehrsmittel?

Das Rad ist ganz klar mein Verkehrsmittel Nummer eins! Den Öffentlichen Nahverkehr nutze ich kaum bis gar nicht, ein eigenes Auto brauche ich nicht. Dafür gehe gerne mal zu Fuß –und schiebe dabei mein Rad, obwohl ich fahren könnte. Der Klassier, da lachen die Leute schon drüber. (lacht)

Zum Abschluss noch Deine Tipps für das Westliche Ringgebiet.

Ich gehe sehr gerne ins Gambit. Abends unter den Bäumen zu sitzen und etwas zu trinken, hat schon was. Das Havanna ist auch ganz schön. Ich liege auch gerne im Bürgerpark, auch wenn der nicht mehr so ganz westliches Ringgebiet ist. Ansonsten kann ich einen Abendspaziergang mit Musik auf den Ohren sehr empfehlen. Einfach so, ohne Ziel und Zeit.

Vielen Dank für das Gespräch, André.

Ein heißes Thema voller Emotionen – Kaffee-Marketing im Hause Heimbs

Die Braunschweiger Kaffeemanufaktur Heimbs kann auf eine über 135-Jährige Geschichte zurückblicken. Den erlesenen Tee-, Kaffee- und Trinkschokoladensorten aus dem Hause Heimbs kommt diese Erfahrung zugute. Die traditionsreiche Erfolgsgeschichte der Kaffeemanufaktur wird tagtäglich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Unternehmen fortgeschrieben: Heimbs ist bereit für die Zukunft und in Sachen Produktion, Qualitätssicherung und Unternehmenskultur ganz auf der Höhe der Zeit.

Das gilt auch für den Bereich Marketing. Die Kaffeemanufaktur Heimbs ist im Gastronomiebereich deutschlandweit bekannt, auch im europäischen Ausland werden Heimbs-Produkte in ausgesuchten Hotels, Restaurants und Cafés gereicht. Das liegt nicht nur an der herausragenden Qualität, sondern auch an einem kundenfreundlichen Vertrieb und einem gelungenen, effektiven Marketing.

Heimbs-Produkte prägnant in Szene setzen

Verantwortlich für das Heimbs-Marketing in der Unternehmenszentrale am Rebenring ist Anika Knull. Sie ist seit sieben Jahren Teil des Unternehmens und für Produktwerbung und PR-Maßnahmen verantwortlich. Marketing für Heimbs ist eine Tätigkeit, die nie langweilig wird, Knull liebt die Abwechslung und die Vielfalt in ihrem Job. Sie ist häufig unterwegs, demnächst steht ein Fotoshooting in dem renommierten Luxushotel The Ritz-Carlton Wolfsburg an. Hier werden natürlich Heimbs-Produkte ausgeschenkt und der stilvolle Heimbs-Kaffeegenuss wird vor Ort für eine Werbekampagne in Szene gesetzt. Regelmäßige Kundenbesuche gehören ebenfalls zu den Aufgaben der gebürtigen Wolfenbüttlerin.

Schon der Anblick ist ein Genuss, aber das Beste kommt noch: Frischer Heimbs-Kaffee bei der Zubereitung. Foto: Heimbs Kaffee GmbH & Co. KG

Anika Knull ist Marketing-Profi. Nach der Ausbildung zur Mediengestalterin folgte ein Studium mit dem Schwerpunkt Corporate Design & Identity in Hildesheim. Danach arbeitete sie in verschiedenen Werbeagenturen. 2010 kam Knull dann zu Heimbs – ein Entschluss, den sie bis heute nicht bereut hat. Der besondere Vorteil gegenüber ihren Jobs in der Werbebranche ist einerseits die familienfreundliche Arbeitszeit sowie der Luxus, sich im Kern auf die firmeneigenen Marken konzentrieren zu können, um diese zukunftsorientiert weiterzuentwickeln und zu positionieren: „Kaffee ist ein schönes Thema, weil es wärmer und emotionaler ist als viele Themen, mit denen ich mich früher beruflich beschäftigt habe. Genauso war auch mein Empfang hier im Unternehmen: warm und emotional. Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden.“

Familienfreundliche Arbeitszeiten und kurze Entscheidungswege

Streng geprüft und von tausenden Genießern für sehr gut befunden: Kaffee aus dem Hause Heimbs. Foto: Heimbs Kaffee GmbH & Co. KG

Die familiäre Arbeitsatmosphäre und die freundliche, konstruktive Zusammenarbeit gehören bei Heimbs einfach dazu. „Außerdem gibt es hier sehr kurze Informations- und Entscheidungswege. Immer ist der richtige Ansprechpartner vor Ort und man unterstützt sich gegenseitig. So kommen wir schnell ans Ziel, alle Prozesse im Unternehmen verlaufen sehr zügig“, berichtet Knull.

Anika Knull ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Arbeit und Familie unter einen Hut bringen? Bei Heimbs kein Problem, die Arbeitszeiten lassen sich familienfreundlich vereinbaren: „Zurzeit arbeite ich halbtags. So kann ich entspannt die Kinder in den Kindergarten bringen und wieder abholen.“ Auch die zweimalige Elternzeit gestaltete sich bei Heimbs völlig unkompliziert: „Sobald ich wieder am Arbeitsplatz war, gab es einen nahtlosen Übergang.“

Noch näher beim Kunden – Vertrieb wird gebündelt

Anika Knull liebt das Neue an ihrem Job bei Heimbs – im Moment gibt es einige Neuigkeiten in der Kaffeemanufaktur und Anika Knull ist mittendrin. Seit 1986 gehört Heimbs zur Alois Dallmayr Kaffee OHG in München. Neben Heimbs und der eigenen Kaffeemarke ist Azul-Café aus Bremen die dritte Traditions-Kaffeemarke im Dallmayr-Konzern. Ganz neu wurde der Vertrieb der drei Marken zusammengelegt, um noch näher bei den Kunden sein zu können. Regelmäßige Planungsgespräche mit den Kollegen aus München und Bremen stehen für Anika Knull deshalb gerade ganz oben auf der Agenda. Für sie kein Problem, denn auch im Marketing-Bereich arbeitet sie eng mit den anderen Standorten zusammen. Und auch das gefällt Knull: „In meinem Job habe ich viele Schnittstellen zum Einkauf, zum Vertrieb oder zum Lager. In meinem Tätigkeitsgebiet greifen die verschiedensten Unternehmensbereiche ineinander.“

Im Gewölbekeller der Kaffeemanufaktur Heimbs warten Kaffeebohnen aus aller Welt auf die Röstung im einzigartigen aerotherm®-Verfahren. Foto: Heimbs Kaffee GmbH & Co. KG

Sie sind Gastronom, Kaffeebarbetreiber oder hegen privat ein starkes Interesse für die Themen Kaffee oder Tee? Die Dallmayr Academy Braunschweig wird all Ihre Fragen beantworten. Das Schulungszentrum ist Teil der Kaffeemanufaktur Heimbs und bietet auf Anfrage unter anderem Röstereiführungen, Kaffee- und Teeseminare sowie professionelle Barista-Schulungen an.

 Text: Jan Engelken