Braunschweig best choice-Slam Teil 2 – Azubis rocken die Bühne im Haus der Wissenschaft

In zehnminütigen Vorträgen versuchen die beteiligten Unternehmen, das Publikum und potenzielle Auszubildende von sich zu überzeugen. Das Publikum stimmt slamtypisch mit Wertungskarten von 1 bis 6 Punkten über die Darbietungen ab, maximal sind 60 Punkte zu erzielen. Das bewährte Regelwerk blieb unverändert, aber das Konzept wurde weiter verfeinert. Gemäß dem Zielpublikum – Schulabsolventen und zukünftige Auszubildende – kamen diesmal die Auszubildenden selbst zu Wort. Für junge Menschen um die zwanzig keine leichte Aufgabe, deshalb wurde vorher mit Staatstheater-Schauspieler Sven Hönig der Auftritt auf großer Bühne trainiert. Außerdem neu: Es traten erheblich mehr Slammerinnen und Slammer an als beim letzten Mal. Einerseits, weil sich noch mehr Braunschweiger Unternehmen am best choice-Slam beteiligten. Andererseits, weil die meisten Unternehmen in Zweier-Teams antraten. Ab 19 Uhr standen also noch mehr Information, Spaß und turbulente Unterhaltung auf dem Programm.

Digitalisierung = „Neuland“? – Nicht als Azubi bei VW Financial Services

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Tim Hondke und Fabian Winter geben einen Einblick in den Ausbildungsalltag bei Volkswagen Financial Services.

Nach kurzer Begrüßung durch Gerold Leppa, Geschäftsführer des Stadtmarketings gab Moderator Andreas Laurenz Maier den Startschuss zum Wettbewerb. Kopfrechnen ist zwar nicht ganz seine Sache, aber mit seinem lockeren Humor und nicht zuletzt seinen Tanzeinlagen in den Wertungspausen hatte er das Publikum in der Aula im Haus der Wissenschaft sofort hinter sich. Aber würden das auch die Slammerinnen und Slammer schaffen? Los ging es mit Tim Hondke und Fabian Winter von der Volkswagen Financial Services AG. Tim lernt Versicherungskaufmann, Fabian absolviert ein duales Studium der Wirtschaftsinformatik. „Warum stehen ein IT-ler und ein Versicherer zusammen auf der Bühne?“, fragt Tim. Ganz einfach: Um einen unterhaltsamen Einblick in Ausbildungsbetrieb und Unternehmen zu geben und nebenbei das Thema Digitalisierung zu erklären, lernt das Slam-Publikum und vergibt dafür 32 Punkte.

Arbeiten am Lieblingsgetränk der Nation: die Ausbildung bei Heimbs

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Gut zu wissen: Die Heimbs-Azubis sind auch Experten im Thema Latte-Art.

Das nächste Team besteht aus Maximilian Bressem und Jennifer Meyer. Sie gehen für die Braunschweiger Kaffeemanufaktur Heimbs an den Start, wo Jennifer ihre Ausbildung zur Industriekauffrau und Maximilian den dualen Studiengang „Industriemanagement“ absolviert haben. Maximilian spielt den betont gelassenen Kaffeegenießer, Jennifer die ungeduldige, gestresste Kollegin. Diese Rolle spielt sie so überzeugend, dass ihr im Vortrag sprichwörtlich selbst die Spucke weg bleibt. Mit einem Glas Wasser weiß sich die junge Frau sofort zu helfen, die brenzlige Situation wird souverän gelöst, Respekt! In zehn Minuten erfährt das Publikum unter anderem, dass jeder Heimbs-Auszubildende eine Barista-Ausbildung absolviert und Experte in Sachen „Latte Art“ ist – und natürlich, dass Kaffeegenuss Menschen verbindet. Das Publikum sieht das genauso, 37 Punkte gehen an Maximilian und Jennifer.

Die Öffentliche Versicherung Braunschweig: der Joker für zukünftige Versicherungskaufleute

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Die Öffentliche Versicherung Braunschweig ging als Titelverteidiger ins Rennen.

Als drittes und letztes Slamteam vor der Pause gehen Moritz Bernsee und Sabrina Randt ins Rennen. Die zukünftigen Versicherungskaufleute treten für die Öffentliche Versicherung Braunschweig an, den Titelverteidiger der Slam-Premiere im Frühjahr. Auch diesmal haben sich die Braunschweiger Versicherungsspezialisten etwas Besonderes ausgedacht: in Anlehnung an eine populäre Rateshow präsentieren Quizmaster Moritz und Kandidatin Sabrina auf der Bühne „Wer wird Millionär? Das Öfi-Braunschweig-Special“. Zwischen den Fragen zum Thema Versicherung streut Sabrina Wissenswertes zu ihrem Unternehmen und ihrer Ausbildung ein: unterhaltsamer Smalltalk, fast wie im Original. Ganz nebenbei nimmt man mit, dass der Einzug eines Lebenspartners keine anzeigepflichtige Gefahrerhöhung in der Hausratversicherung darstellt. Dafür gibt es die erste Höchstwertung des Abends, insgesamt 41 Punkte sind das Ergebnis.

Als Krankenpflegerin zum Superheld werden: Ausbildung am Städtischen Klinikum Braunschweig

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Michelle Klukowski und Julia Unger bekommen für ihren schwungvollen Vortrag die Höchstpunktzahl.

Nach der Pause, in der sich die Besucherinnen und Besucher mit einem Getränk an den Ständen der beteiligten Unternehmen informieren können, betreten Michelle Klukowski und Julia Unger die Bühne. Am Städtischen Klinikum Braunschweig absolviert Julia den dualen Studiengang „Angewandte Pflegewissenschaften im Praxisverbund“, Michelle absolviert eine Ausbildung zur Kinderkrankenpflegerin. Achtung, es heißt Krankenpflegerin und nicht Krankenschwester, die Berufsbezeichnung Krankenschwester ist überholt. Wer schon einmal im Netz nach „Krankenschwester“ gesucht habe – und zwar nicht nur auf einschlägigen Erotikportalen – könne das durchaus wissen, verkündet Julia selbstbewusst. Die beiden sympathischen jungen Frauen räumen im Laufe ihres Vortrags mit so manch altbackener Vorstellung von ihrem Berufsbild auf. Vom bisherigen Lebenslauf der beiden bis hin zur beruflichen Zukunft, von der Spritze bis zur Bettpfanne, in diesem Vortrag ist alles dabei: 53 Punkte für Michelle und Julia.

Karriere bei der Stadt Braunschweig: Schweinehälften statt Beamtenmikado

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Julia Binner gibt einen humorvollen Einblick in ihren Arbeitsalltag als angehende Beamtin.

Die nächste Slammerin ist Stadtinspektor-Anwärterin bei der Stadt Braunschweig und die einzige Solo-Performerin an diesem Abend. Ihr Name: Julia Binner. Ihr Problem: die leidige Frage „und was machst du so beruflich?“ beim abendlichen Smalltalk möglichst kreativ zu beantworten. Als Verwaltungs-Azubi und zukünftige Beamtin hat man da häufig schlechte Karten, denn das immer noch vorherrschende, wenig schmeichelhafte Bild der Staatsbediensteten steckt nach wie vor in vielen Köpfen – nicht zwangsläufig ein Pluspunkt beim Flirten. Dass die Arbeit in der Stadtverwaltung nicht nur Aktenstudium bedeutet und sehr viel spannender sein kann als ihr Ruf, hat ein Großteil des Publikums vermutlich auch vorher schon gewusst. Julia gelingt es aber darüber hinaus, einen authentischen und humorvollen Einblick in ihren Arbeitsalltag – inklusive Schlachthofbesuch – zu vermitteln. Mittlerweile arbeitet die 24-jährige in der Abteilung Personalwirtschaft, und wenn die berüchtigte Frage wieder auftaucht, ist ihre Antwort jetzt: „Ich sorge dafür, dass bei der Stadt die richtigen Leute an die richtige Stelle kommen“ – Respekt garantiert! Respekt auch vom Publikum, 52 Punkte für Julia.

Keine „Scheinleistung“: die Ausbildung bei BS|ENERGY

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Auch Nils Chlebik und Mathis Kleimann bewiesen bei ihrem Vortrag viel Kreativität.

Der letzte und ebenfalls sehr unterhaltsame Auftritt an diesem Slamabend gehört Nils Chlebik und Mathis Kleimann. Beide sind angehende Elektroniker für Betriebstechnik beim Braunschweiger Energieversorger BS|ENERGY. Bereits der inszenierte Stromausfall zu Anfang des Auftritts demonstriert, wie abhängig wir von verlässlicher Energieversorgung sind. Und nicht nur das: auch das Feierabendbierchen aus lokaler Produktion ist ohne BS|ENERGY nicht drin. Anhand eines Bierglases werden auch die Fachbegriffe Scheinleistung, Wirkleistung und Blindleistung gekonnt vermittelt. Das Fazit von Nils: „Wer daran mitarbeiten möchte, dass Braunschweig jeden Tag aufs Neue zum Leben erwacht und auch ein gepflegtes Feierabendbierchen zu schätzen weiß, der kommt zu uns“. Das Fazit der Zuschauer: 49 Punkte.

Authentischer Einblick in Ausbildungsinhalte und Unternehmen

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Nach einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen könnten Michelle Klukowski und Julia Unger vom Städtischen Klinikum Braunschweig die best choice-Trophäe mit nach Hause nehmen.

Als verdiente, wenn auch knappe Sieger können Michelle Klukowski und Julia Unger vom Städtischen Klinikum Braunschweig die begehrte best choice-Slam-Trophäe mit nach Hause nehmen. Ein Verdienst können sich alle Slammerinnen und Slammer am heutigen Tag auf die jeweiligen Unternehmensfahnen schreiben: Sie alle haben überzeugend und mit vollem Einsatz vermittelt, „dass Braunschweig die beste Wahl ist, um ein Zuhause zu finden und sich beruflich weiterzuentwickeln“, zieht Stadtmarketing-Geschäftsführer Gerold Leppa als Fazit. Auch Organisatorin Marisa Kauert von der Braunschweig Stadtmarketing GmbH ist begeistert: „Die Stimmung war sehr gut, es gab wieder viel zu lernen und zu lachen. Der Unterschied zur Slampremiere war, dass fast alle Unternehmen ein Team ins Rennen geschickt haben, die Vorträge wurden dadurch sehr lebendig. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind unverblümt an das Thema herangegangen und haben von ihren persönlichen Erfahrungen berichtet. Genau dieser authentische Einblick macht den Slam so interessant für das Publikum.“

Text: Jan Engelken
Fotos: Stephen Dietl

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