Career Service der TU Braunschweig: Hilfe zur Selbsthilfe beim Berufseinstieg

Trotz hervorragender Ausbildung fällt vielen Absolventen der Einstieg in den Arbeitsmarkt nicht leicht: Die Vielfalt und Schnelllebigkeit der heutigen Berufswelt erfordert umfassende Information und ein großes Maß an Eigeninitiative, die Anforderungen an eine erfolgreiche Bewerbung sind hoch. Der Career Service der TU Braunschweig begleitet Studierende und Absolventen auf dem Weg von der Uni in den Beruf, vermittelt Praxiskontakte und Einblicke in die Arbeitswelt. Mit erfahrenem Personal sowie einem breit gefächerten Beratungs- und Qualifizierungsangebot bereitet er den akademischen Nachwuchs gezielt auf einen erfolgreichen Berufseinstieg vor.

„Damals hätte ich mir ziemlich genau das gewünscht, was heute meine Tätigkeit ausmacht“, erinnert sich Knud Ahlborn, Leiter des Career Service, an seine Studienzeit. „Ich hätte mir gewünscht, dass mir potentielle Tätigkeitsfelder auch abseits der bekannten Wege vorgestellt werden und dass ich Unterstützung erhalte im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe bei Bewerbungsprozessen. Die meisten Studierenden haben da kaum Erfahrung und tappen oft in die gleichen Fallen.“ Seit 2009 leitet der studierte Amerikanist und Historiker die Einrichtung im Bültenweg und unterstützt Studierende und Absolventen mit seinem dreiköpfigen Team bei Berufswahl, Bewerbungsprozessen und Job- wie auch Selbstfindung.

„Der Career Service hat die Aufgabe, die Studierenden studienbegleitend und fachübergreifend zu unterstützen, wenn es um Themen der Berufszielfindung, Praktika und Werksstudenten-Tätigkeit geht. Aber auch Absolventen erhalten bei uns Unterstützung bei Bewerbungen und Kontakte zu Arbeitgebern“, so Ahlborn, der vor seiner Tätigkeit in Braunschweig bereits als Personaler in der freien Wirtschaft, beim Career Service einer privaten Hochschule in Süddeutschland sowie beim Alumni-Büro des University College Dublin tätigt war und somit über einen weitreichenden Erfahrungshorizont verfügt.

„Als Geisteswissenschaftler hatte ich kein klar umrissenes Berufsfeld, also habe ich mich anhand meiner übertragbaren Kompetenzen und Fähigkeiten orientiert“, fasst Ahlborn sein Erfolgsrezept zusammen, das er in seiner beratenden Tätigkeit nun täglich weitervermittelt. Zwar gehört ein Großteil der sich an das Career Service wendenden Studierenden den MINT-Fächern an, doch lassen sich die meisten Ratschläge auf alle Fachrichtungen übertragen.

So widmen sich immer noch zu wenig Studierende der Zeit nach dem Studium. „Sich systematisch zu informieren, sich Netzwerke aufzubauen und zu pflegen, muss vor dem Universitätsabschluss und vor dem Bewerben geschehen. Auch sollte man sich bereits während des Studiums ausreichend Zeit nehmen, unterschiedliche Dinge auszuprobieren“, rät Ahlborn. Und geht es dann in die Bewerbungsphase, heißt es, sich der eigenen Stärken bewusst zu sein und die Initiative zu ergreifen.

Abseits nützlicher Ratschläge erhält man im Career Center aber auch die Möglichkeit zur Teilnahme an Bewerbungstrainings, Mentoring-Programmen und Vorträgen von Fachspezialisten. „Der Ansatz des Career Service ist: Was habe ich zu bieten? Was kann ich? Was macht mich in meiner Persönlichkeit aus? – Und zu welcher Tätigkeit und zu welchem Arbeitgeber würde das passen?“, erklärt der Leiter der Einrichtung. Mit Hilfe von Computerprogrammen oder im persönlichen Gespräch lassen sich systematische Bestandsaufnahmen machen, um sich der eigenen Kompetenzen bewusst zu werden, externe Trainer helfen einmal pro Semester bei der Potentialanalyse. Ein Mentoren-Programm unterstützt „Studienzweifler“, hilft beim Selbst- und Zeitmanagement. Und in einer Vielzahl von Workshops können überfachliche Skills wie Präsentationstechniken, Projektmanagement und Personalführung trainiert werden. So ausgestattet, geht es dann gemeinsam auf Firmenkontaktmessen und Exkursionen zu Arbeitgebern der Region.

Und die stehen beim Career Service genauso im Mittelpunkt wie die Studierenden und Absolventen, denn ohne sie geht es nicht, weiß Ahlborn: „Ich empfehle den Arbeitgebern dieser Region, nicht müde zu werden, aktiv für sich zu werben und dafür auch immer den Career Service als Möglichkeit im Blick haben – beispielsweise für Berufsfeldvorstellungen und Exkursionen. Ich hoffe, dass auch weiterhin der Mut da ist, diese neuen Möglichkeiten zur Arbeitnehmerfindung zu nutzen. Es lohnt sich!“

Text und Titelbild: Stephen Dietl

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