Familie

Ganztagsschulen in Braunschweig

Die ersten Wochen nach den Sommerferien liegen jetzt hinter uns, 2.000 Erstklässler drücken 2017 erstmals die Schulbank. Die wichtigste Voraussetzung für eine wirksame Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die zuverlässige Organisation der Kinderbetreuung. Deshalb müssen sich wohl fast alle Eltern Gedanken zu den unterschiedlichen Betreuungsangeboten machen. In Braunschweig werden hierzu verschiedene Betreuungsformen angeboten. Seit Jahren forciert die Stadt Braunschweig erfolgreich den qualitativen und quantitativen Ausbau der Kinderbetreuung. Hierzu gehört der Ausbau des Angebots von der Krippe bis zur Schulkindbetreuung oder die Ausweitung von Schulen zu Ganztagsschulen. Wo es in Braunschweig Ganztagsschulen gibt, zeigt diese Karte.

Grüne Kreise symbolisieren Grundschulen, der gelbe Kreis ist eine offene Ganztagsschule mit Hauptschule, rote Kreise zeigen Gymnasien und blaue Kreise Integrierte Gesamtschulen.

Sportlich, sportlich! Die beliebtesten (Vereins-)Sportarten der Braunschweiger

Am 22. Februar war es wieder soweit, die Sportmedaille der Stadt Braunschweig, die höchste Sportlerehrung der Stadt, wurde vergeben. Freuen über den Titel „Braunschweiger Meister des Sports 2016“ dürfen sich André Breitbarth (Judoka und Olympiateilnehmer), Nina Anastasova (Trainerin Rhythmische Sportgymnastik MTV Braunschweig), Liviu Calin (Trainer Niedersächsischer Basketballverbandes, Co-Trainer Erstliga-Basketballlöwen) sowie Norbert Rüscher (Präsidium Stadtsportbund Braunschweig e.V.).

Herausragende Sportlerpersönlichkeiten und erfolgreiche Teams wie Eintracht Braunschweig, die Basketballlöwen, New Yorker Lions oder die Tänzerinnen und Tänzer des BTSC zeigen: Braunschweiger lieben ihren Sport und sind stolz darauf. Aber Braunschweig ist nicht nur eine Stadt des Profi- und Amateursports – auch der Hobby- und Breitensport hat seinen festen Platz in der Löwenstadt. Der Vereinssport legt nicht nur die Grundlage für nationale und internationale Spitzenleistungen, sondern sorgt für geselligen Freizeitspaß, Abwechslung vom Arbeitsalltag, Fitness und Gesundheit.

Das Sportangebot stimmt und die Braunschweiger Sportstätten sind für die Bürger der Stadt gut erreichbar. Das ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Sporthochschule Köln, die 2015 die Bewegungsfreundlichkeit in deutschen Großstädten untersuchte. Damit das Sportangebot noch besser wird und zielgerichtet am Bedarf der Bürger orientiert werden kann, wurde im Juni letzten Jahres der „Masterplan Sport 2030“ vom Rat der Stadt beschlossen. Unter Beteiligung der Braunschweiger Bürger wurde ein Maßnahmenpaket beschlossen, dass unter anderem den Bedarf von Kindern, Senioren und Behinderten an geeigneten Sportangeboten besonders berücksichtigt. Außerdem sollen die Sportmöglichkeiten im öffentlichen Raum ausgebaut und die Belegung vorhandener Sportplätze und -hallen effizienter gestaltet werden.

Für die Zukunft des Hobby-, Amateur- und Spitzensports in der Löwenstadt ist also gesorgt. Aber wie sieht es jetzt aus? Wie viele Braunschweiger sind Mitglied in Sportvereinen? Welche Disziplinen sind besonders beliebt, welche haben den größten Mitgliederzuwachs? Auskunft darüber gibt das aktuelle Statistische Jahrbuch 2016 der Stadt Braunschweig, es enthält die wichtigsten Daten zu allen Belangen der Stadtentwicklung.

Auch hier ist gleich zu Anfang ein positiver Trend zu verzeichnen: Die Mitgliederzahl aller im Stadtsportbund Braunschweig organisierten Vereine umfasste 2015 60.262 Personen. Damit ist nicht nur ein Viertel der Braunschweiger Bevölkerung Mitglied in einem der 226 Sportverein – es wurde auch die höchste Mitgliederrate seit zwanzig Jahren erreicht. Ebenfalls ansteigend: Die Anzahl von Mitgliedern in Sportvereinen unter 18 Jahren. Mit 19.946 Mitgliedern ist hier ein neuer Spitzenwert erreicht, der in eine sportlich-gesunde Zukunft weist. Surfen im Netz statt Schwitzen auf dem Sportplatz? Online-Gaming statt Vereinssport? – Nicht in Braunschweig!

De Vereinssport ist also nach wie vor beliebt bei den Braunschweigern, aber welche Sportart ist hier besonders angesagt? Alle Eintracht-Fans müssen jetzt tapfer sein … denn es ist nicht der Fußball. Das Turnen ist mit über 15.000 Vereinsaktiven die beliebteste Sportdisziplin in Braunschweig. Vor dem Fußball mit knapp 13.000 vereinsaktiven Spielern, der allerdings – hier darf sich der Braunschweiger Kickerfreund wieder freuen – mit einem Zuwachs von über 1.000 Vereinsmitgliedern im Vergleich zum Jahr 2012 ein fettes Plus verzeichnen kann.

Unter Braunschweigs beliebtesten Sportarten kann nur das Schwimmen seit 2012 einen größeren Mitgliederzuwachs ausweisen. 2016 waren 3.478 Braunschweiger Mitglied in Schwimmvereinen, das heißt Bronze im Wettstreit der beliebtesten Sportarten in Braunschweig. Es folgen Tennis mit 2.659, Schießsport mit 2.504 und Skilauf mit 2.481 in Vereinen organisierten Sportlern. Platz sieben ging 2016 an die Leichtathletik (2.383), gefolgt vom in der Löwenstadt traditionell starken Tanzsport (1.936). Auch die Leichtathletik legt im Vergleich zu 2012 etwas zu, prozentual wachsen auch Golf und Judo deutlich in der Beliebtheit (2016 insgesamt 1.024 bzw. 770 Vereinsmitgliedschaften).

Fazit: Sport gehört zu einem gesunden Leben – und zu Braunschweig. Das Angebot der Sportvereine trägt zur hohen Lebensqualität in Braunschweig bei und vervollständigt die optimale Kombination aus Karrierechancen, Familienleben, Freizeitmöglichkeiten und Kulturangeboten in der Löwenstadt.

Text: Jan Engelken

 

 

15 Gründe für die Löwenstadt

Warum sollten sich Arbeitnehmer für Braunschweig entscheiden? In erster Linie natürlich wegen der guten Jobs, die die Unternehmen hier bieten. Nicht weniger wichtig sind aber die Soft-Skills einer Stadt, das Entwicklungspotential, die Lebensqualität und die Aussicht auf Freundschaften und Heimatgefühl. Warum Braunschweig eine Stadt ist, die all das bietet, zeigen die folgenden 15 Gründe für die Löwenstadt.

  1. Braunschweig ist eine Schwarmstadt Die Löwenstadt ist auf Wachstumskurs – nicht nur die Geburtenrate steigt, auch ziehen immer mehr junge Menschen hierher, um hier zu leben und zu arbeiten. Einer der Gründe, warum Braunschweig auf der Liste der Schwarmstädte steht. Es ist also ziemlich wahrscheinlich, dass Neuankömmlinge hier Gleichgesinnte finden.
  2. Schlaue Köpfe in Braunschweig 27 Forschungseinrichtungen gibt es in Braunschweig, darunter mehrere Fraunhofer-Institute, Bundesinstitute der Leibniz-Gemeinschaft, Bundesforschungsanstalten und ein Helmholtz-Institut. Jeder vierte Braunschweiger arbeitet in der Wissenschaft und Forschung. Ziemlich wahrscheinlich, dass die Jungs und Mädchen aus der Big Bang Theory unter uns leben.
  3. Jeden Tag ein Rembrandt … Das Herzog Anton Ulrich-Museum beheimatet große barocke Künstler wie Rembrandt, Cranach und Vermeer. Wer Lust hat, kann jeden Tag einen Rembrandt sehen. Wem das zu altbacken ist, der sollte einen Blick in die inspirierende Kulturszene Braunschweigs werfen. Schon einmal von den Stadtfindern gehört?
  4. Braunschweig liebt es natürlich Dem Alltag entfliehen? Das geht nicht nur vor den Toren der Stadt in der Lüneburger Heide oder dem nahen Harz, das geht vor allem auch in der Stadt. Zum Beispiel im Vogelschutzreservat Riddagshausen oder dem weitläufigen Westpark mit angrenzendem Timmerlaher Busch. Kurz aufs Rad geschwungen, schon kann man Tiere beobachten und die Natur genießen.
  5. Erholung so nah Mit mehr als 1.125 Hektar Grünflächen im Stadtgebiet findet sich von jeder Position in Braunschweig aus in weniger als 10 Minuten ein persönlicher Rückzugsort – ob als kleine grüne Oase oder groß angelegtem Park. Auf der Oker, die die Innenstadt umschließt, tummeln sich im Sommer Paddler, Kanuten und Tretbootfahrer. Hier lässt sich der Trubel der Stadt mitten in der Stadt leicht vergessen.
  6. Gut betreute Kinder Mit 8.075 Plätzen in 140 Kindertagesstätten bietet Braunschweig für Arbeitnehmern ein attraktives Umfeld, um Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen.  Dabei können Eltern zwischen städtischen und freien Kindertagesstätten und Plätzen in Elterninitiativen wählen.
  7. Ausgezeichnete Schulen Insgesamt gibt es in der Löwenstadt 87 allgemeinbildende Schulen und 40 berufsbildende Schulen. Einige gehören zu den besten Schulen Deutschlands: Regelmäßig gehen Schulen aus der Löwenstadt für den Deutschen Schulpreis ins Rennen. Ausgezeichnet wurden schon die IGS Fransches Feld und die Grundschule Comeniusstraße.
  8. Wohnungsbau Um der steigenden Einwohnerzahl ein Dach über dem Kopf bieten zu können, hat die Stadt erst gerade einen Masterplan zum Wohnungsbau beschlossen. Bis 2020 sollen 5.000 neue Wohnungen geschaffen werden. Im nördlichen Ringgebiet wird schon kräftig gebaut, hier entstehen derzeit 1.750 Wohnungen.
  9. Mitspracherecht für alle Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger sind aktiv in der Stadtentwicklung eingebunden. Das Projekt „Denk Deine Stadt“ ermöglicht allen, sich an einem breit angelegten Diskussionsprozess zu beteiligen und Ideen zur Zukunft der Stadt einzubringen.
  10. Lautlos in die Zukunft mit E-Mobilität Mit Linienbussen, die per Induktion mit Strom versorgt werden, und dem dichtesten öffentlichen Ladesäulennetz in Niedersachsen ist die Löwenstadt bestens für die Mobilität der Zukunft gerüstet. Die Stadt meint es ernst mit alternativen Antrieben, deshalb dürfen unter anderem E-Autos drei Stunden kostenlos im Stadtgebiet parken.
  11. Vielfältige Karrieremöglichkeiten Bei fast 4.000 Unternehmen und Betriebe gibt es in der Löwenstadt vielfältige Karrieremöglichkeiten. Vom Mitarbeiter in der Zuckerproduktion über Facharzt im Klinikum gibt es in allen Bereichen Fachkräftebedarf. Einfach mal bewerben.
  12. Enthusiasten Braunschweiger sind Enthusiasten. Ob im Eintracht-Stadion, beim Basketball in der Volkswagenhalle oder auf dem Tanzparkett: In sämtlichen Sportarten fiebern Fans mit unseren löwenstarken Sportlern mit. Schon mal in Südkurve gestanden und Eintracht Braunschweig zum Wiederaufstieg angefeuert?
  13. Kurze Wege Braunschweig gilt als Stadt der kurzen Wege. In zwanzig Minuten zu Fuß quer durch die Innenstadt, in zwanzig Minuten mit dem Rad vom westlichen ins östliche Ringgebiet und zwanzig Minuten dauert es, um mit dem Auto von der Südstadt in die Nordstadt zu kommen. Bei diesen kurzen Distanzen ist es kein Wunder, dass der Braunschweiger liebend gern mit dem Rad unterwegs ist.
  14. Vielfältige Gastronomieszene Ob moderne Küche oder doch lieber rustikal, ob deutsche Klassiker oder eine kulinarische Reise um die Welt – die Braunschweiger lieben es, Essen zu gehen. Dementsprechend ist die Restaurant- und Barszene in der Löwenstadt groß und vielfältig. Essengehen ist auch der perfekte Anlass, um die neuen Kollegen einmal privat kennen zu lernen.
  15. Bummeln und genießen Wer gerne shoppt, wird die Braunschweiger Innenstadt lieben. Namhafte Filialisten, individuelle Einzelhändler und alteingesessene Spezialgeschäfte, Braunschweig besticht als abwechslungsreiche Einkaufsstadt mit hoher Aufenthaltsqualität. Um die zu steigern, wurde 2007 mit der schrittweisen Umgestaltung der Innenstadt begonnen. Mehr Bänke, mehr Plätze für Außengastronomie, mehr Grünflächen machen den Innenstadtbummel zur entspannten Angelegenheit.

 

Ganz in der Nähe: Das Winterwonderland Harz

Einer der vielen Gründe, warum Braunschweig eine hohe Lebensqualität hat, ist die Lage: schnell in Berlin, schnell in Hamburg, schnell im Urlaubsparadies Harz. Dreißig Minuten Autofahrt, schon befindet man sich mitten im Harz. Und weil der Schnee in diesem Winter hier unten in der Löwenstadt nicht so richtig liegen bleiben will, geht es für mich heute ins Winterwonderland: Mit insgesamt 52 Skigebieten, 708 Kilometer Skiloipen, 35 Rodelbahnen und noch mehr Winterwanderwegen ist der Harz ein echtes Winterparadies.

Auf der Suche nach Schnee und nicht ganz so viel Wintersportleransturm wie in Torfhaus oder auf dem Wurmberg, steuere ich das Örtchen Drei Annen Hohne an. In der Nähe des Bahnhofes und direkt gegenüber des Parkplatzes „Zum Hirschbrunnen“ führt ein Weg zur Hohneloipe, dem Hohnehof und verschiedenen Wanderwegen Richtung Brocken oder Werningerode.

Schneespaziergang_Hohnehof

Auch hier ist der Andrang groß, doch sind vor allem Familien mit Kindern hier, die den kleinen Rodelberg zwischen Parkplatz und Hohnehof ansteuern. Die ersten Familien sind reisen am frühen Mittag ab, so dass ich schnell einen Parkplatz ergattere. In einer Menschentraube überquere ich die Schienen der in der Ferne tutenden Schmalspurbahn und bin wohl die einzige, die keinen Schlitten hinter sich herzieht.

Ich aber bin zum Schneewandern hergekommen und lasse den Hügel hinter mir liegen. Gleich wird es einsamer um mich, je weiter ich vorangehe, desto weniger Wanderer kreuzen meinen Weg. Der Schnee knarrt und knirscht unter den Wanderschuhen, die Tannen ächzen unter der Schneelast und die kalte, klare Luft erweckt meine Glieder – ich spüre, wie das Glück in mir hinaufsteigt.

Schneespaziergang_Allee

Ich entscheide mich für den Wanderweg zur Steinernen Renne. Dort gibt es ein Gasthaus, das ich noch aus dem Sommer kenne und wo ich eine Rast einlegen möchte. Gemütlich stapfe ich durch den Schnee, vorbei geht es an Felsformationen, durch hochgewachsenen Tannen und kleinen Schneeverwehungen. Der Weg ist gemütlich, meistens breit, nur manchmal muss ich mich unter tiefhängende Äste ducken.

Schneespaziergang_Hohnefelsen

Am Gasthaus angekommen, bewundere ich zunächst die Aussicht über die schneebedeckten Bäume und auf den zugefrorenen Fluss unter mir und der Außenterrasse. Als mir kalt wird, bestelle ich drinnen ein Stück Kuchen und eine große heiße Schokolade. Hmmm, wie das duftet.

Gestärkt geht es zurück, am Ottofelsen entlang in Richtung Drei Annen Hohne. Ständig begleitet mich auf meiner kleinen Wanderung das Knirschen des Schnees und der wunderbare Waldduft, der sich mit der Winterluft vermischt.

Schneespaziergang_Gräser

Ich bemühe mich, einen anderen Weg zu gehen, als auf dem Hinweg – was dank der ausführlichen und dichten Wegbeschreibungen im Harz gut gelingt. Nach gut vier Stunden – die Pause an der Steinernen Renne nicht mitgerechnet – bin ich zurück in Drei Annen Hohne. Plötzlich tönt es durch den Wald: tuut tuuhuut! Der Dampf der Lokomotive steigt über die Tannenwipfel auf, die historische Harzerquerbahn ist ganz nah – und doch zu weit entfernt als dass ich einen Blick daauf erhasche. So endet ein Wintertag im Harz mit einem neuen Ansporn: die Harzerquerbahn fotografisch festzuhalten.

Text und Fotos: Redaktion

Nicht für alle das Gleiche, sondern für jeden das Beste

Von der Grundschule bis zum Gymnasium, von der International School bis zur musischen Akademie: Das CJD Braunschweig ist ein staatlich anerkannter Bildungsträger in freier Trägerschaft und international renommierter Vorreiter im Bereich der Hochbegabten-Förderung. Rund 2.400 junge Menschen aus über 28 Nationen werden jährlich an den Braunschweiger Standtorten individuell nach ihren Begabungen gefördert.

Ursula Hellert, Leiterin des CJD.

Ursula Hellert, Leiterin des CJD.

„Wir nehmen Kinder nach Begabung auf. Denn Leistung ist etwas anderes als Begabung. Begabung ist eine Ressource, Leistung ein Ergebnis. Und ob aus Begabung eine Leistung wird, dazwischen steht eine ganze Menge“, beschreibt Ursula Hellert die Philosophie des CJD Braunschweig. Die Oberstudienrätin ist Leiterin der Braunschweiger Einrichtungen des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschlands. Das weit verzweigte Jugend-, Bildungs- und Sozialwerk bietet jungen Menschen Ausbildung, Förderung und Unterstützung in ihrer aktuellen Lebenssituation.

„Ende der 70er Jahre war die Chance sehr klein, als Lehrerin im staatlichen Schulwesen etwas zu verändern, es zu erneuern und zu gestalten. Für eine neu gegründete Schule in freier Trägerschaft boten sich hingegen viele Möglichkeiten“, erinnert sich Hellert an ihren Berufsanfang. Und diese Chance nutzte sie, als sie kurz nach dem Staatsexamen am 1977 gegründeten CJD Braunschweig ihre Lehrtätigkeit aufnahm. Und immer, wenn etwas Neues entsteht, sind Menschen, die gestalten möchten, schnell in Verantwortung. So übernahm sie 1992 die Schulleitung und ist inzwischen für die gesamte Region Niedersachsen Südost mit über 550 Mitarbeitern zuständig.

Begabtenschule mit angeschlossenem Internat: das CJD Braunschweig.

Begabtenschule mit angeschlossenem Internat: das CJD Braunschweig.

„Wenn man junge Menschen nach Begabung fördert, muss man ihnen auch klarmachen, dass man Noten hauptsächlich für Leistung bekommt“, erklärt die Schulleiterin. „Für bloße Begabung bekommt man weder ein gutes Abitur noch einen erfüllenden Beruf und erst recht kein glückliches Leben. Das ist alles auf der Leistungsseite, im Beruflichen wie im Privaten.“ Um die Talente der Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu erkennen, durchlaufen sie ab der fünften Klasse eine hochdifferenzierte Begabungsdiagnostik – jedoch nicht, um zu selektieren, sondern um für alle das passende Lernprogramm zu finden. Dabei erhält jeder einen Förderplan mit dem Ziel einer möglichst umfassenden Differenzierung und Individualisierung.

Eine der Gymnasialklassen. Hier werden Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Begabung unterrichtet.

Eine der Gymnasialklassen. Hier werden Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Begabung unterrichtet.

Und das beginnt schon in der Grundschule: Die Hans-Georg-Karg-Schule folgt als Ganztagsschule der Montessori-Pädagogik mit einer Mischung der vier Jahrgangsstufen. Erstklässler lernen also gemeinsam mit Viertklässlern. Auf diese Weise können schwächere Schüler den Stoff wiederholen und stärkere Schüler schneller lernen, ohne aus ihrer Umgebung gerissen zu werden. Zugleich wird mit verschiedenen Maßnahmen ein selbständiges, verknüpftes Arbeiten gelehrt: So gibt es jeden Mittwoch einen „lebenspraktischen Tag“. Fernab vom klassischen Schulstoff werden ohne Stundenplan Themen aus dem Bereich Sachkunde in Projektform bearbeitet, verknüpft mit außerschulischen Lernorten und Exkursionen. Die Schüler müssen Busfahrzeiten herausfinden, Ablaufpläne erstellen, die Kasse führen oder eine Präsentation vorbereiten.

Die Christophorusschule ist das Gymnasium und eine Ganztagsschule mit angeschlossenem Internat, denn ihre rund 850 Schüler kommen aus ganz Deutschland. Die Gründungseinrichtung des CJD Braunschweig zeichnet neben der differenzierten Begabungsdiagnostik eine starke Einbindung der Eltern in die Unterrichtsgestaltung aus. Für gymnasial begabte Schüler mit Lernproblemen gibt es in der fünften und sechsten Klasse zudem Projektklassen, in denen Lehrer und Erzieher gemeinsam individuelle Trainings zur Entfaltung der gymnasialen Fähigkeiten anbieten, darunter grundlegende Rechtschreib- und Lesetrainings. „Lesen und Rechtschreibung ist kein Teil von Intelligenz. Man kann sehr begabt sein aber kaum schreiben können“, weiß Ursula Hellert. Die Erfolgsquote des CJD ist hoch, und so werden die Maßnahmen auch von den Jugendämtern gefördert.

Blick ins Klassenzimmer der höheren Stufen.

Blick ins Klassenzimmer der höheren Stufen.

Auf der anderen Seite bietet man Hochbegabten im Oberstufenbereich sogenannte Exzellenzkurse an. Darin konfrontieren sich die Schüler freiwillig mit einem stark erweiterten Lernprogramm. Fällt ein Schüler aus einem Kurs oder geht freiwillig, weil er sich zu viel zugemutet hat, landet er ohne Abiturgefährdung wieder in einem normalen Leistungskurs. Kompetenzkurse mit externen Spezialisten wie Wissenschaftlern oder Journalisten sowie eine ständige Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wie der New Yorker Musischen Akademie runden das Bildungsangebot des CJD Braunschweig ab. Und die Ergebnisse sprechen für sich: Der Abiturschnitt am CJD ist zum wiederholten Mal in Folge um 0,3 besser als der Niedersächsische Landesdurchschnitt.

Dazu tragen auch das interne und externe Qualitätsmanagement bei. Seit 1999 stellt sich das CJD erfolgreich der Zertifizierung nach Dienstleister-Norm, bei der man den Bildungsträger regelmäßig auf Herz und Nieren prüft. Intern betreibt man präzise Schüler- und Mitarbeiterbefragungen mit Diskussionsrunden, Maßnahmenplänen und Zielvereinbarungen. „Wenn man nur die typischen Mechanismen eines Schulbetriebes hat, ist es schwierig, seine Entwicklung zu kontrollieren und am Ende zu wissen, was man tut und wie man es gut macht“, fasst Hellert zusammen. „Wir begreifen schulische Entwicklung als einen fortschreitenden Prozess. Instrumente dafür zu entwickeln und diese Entwicklung zu verstetigen, ist uns ein zentrales Anliegen“.

 

Text: Stephen Dietl

Braunschweiger Weihnachtsmarkt mit Kindern

Seit drei Wochen hat der Braunschweiger Weihnachtsmarkt nun bereits geöffnet und auch ich war schon des Öfteren dieses Jahr Weihnachtsmarktbesucher. In diesem Beitrag möchte ich zeigen, was der Weihnachtsmarkt Besonderes für Kinder bereit hält. Ich war mit Kindern zwischen 2 und 9 Jahren auf dem Weihnachtsmarkt und habe dabei festgestellt, dass viel mehr geboten wird, als man auf den ersten Blick vermuten könnte.

Eines vorweg: Die beste Zeit für einen Besuch mit Kindern auf dem Weihnachtsmarkt ist vormittags und am frühen Nachmittag, wenn die Feierabendgäste noch nicht eingetroffen sind und den Markt bevölkern. Der Markt hat ab 10:00 Uhr geöffnet (sonntags ab 11:00 Uhr), dann ist genug Platz für Kinderwagen oder Buggy. Und die funkelnden Lichter leuchten auch schon morgens.

Tannengrün und leuchtende Lichter. Foto: Anna Kohnen

Tannengrün und leuchtende Lichter. Foto: Anna Kohnen

Die typischen Orte, an denen man glänzende Kinderaugen sieht, sind natürlich die Kinderkarussells. Davon gibt es drei auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt. Favorit meiner kleinen Begleiter ist eins, das dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Markt steht. Das Karussell hat ansprechende Oldtimer Fahrzeuge, unter anderem einen „Eintracht Braunschweig“-Bulli. Aber auch die beiden anderen Karussells sind perfekt für kleine Kinder geeignet. Für die etwas größeren Kinder (und natürlich auch Erwachsene, die Kind geblieben sind) gibt es das Riesenrad, das seit Jahren während des Weihnachtsmarktes am Burggraben vor dem Deutschen Haus steht.

Viel Spaß im neuen Karussell. Foto: Annan Kohnen

Viel Spaß im neuen Karussell. Foto: Annan Kohnen

Für die ganz Kleinen findet jeden Tag um 11:00 Uhr vormittags ein 15-minütiges Puppentheater unter freiem Himmel auf dem Domplatz statt. Außerdem gibt es die „Weihnachtswerkstatt“ auf einem der stimmungsvoll illuminierten Flöße im Burggraben, in der Kinder basteln, malen und backen können, während ihre Eltern über den Weihnachtsmarkt schlendern. In der Weihnachtswerkstatt werden bis zu zwölf Kinder kostenlos betreut.

Weihnachtsmarkt_BS_Riesenrad

Das Riesenrad ist Spaß für Groß und Klein. Foto: Anna Kohnen

Sind die Kinder älter und wollen weder basteln noch Karussell fahren, spaziert mit ihnen über den Weihnachtsmarkt. In den verschiedenen Buden mit Schmuck, Edelsteinen, Kerzen und anderen Handwerkskünsten gibt es für Kinder genauso viel zu entdecken wie für uns Erwachsene. Mein 9-jähriger Begleiter zum Beispiel ist großer Edelsteinsammler, hat sich riesig über die Buden mit Edelsteinen auf dem Markt gefreut und stundenlang nach neuen Exemplaren gesucht. Andere Kinder begutachten mit viel Freude die schönen Kunstwerke und freuen sich darüber.

Kleine Wichte luken um die Ecke. Foto: Anna Kohnen

Kleine Wichte luken um die Ecke. Foto: Anna Kohnen

Bunte Leckereien, wohin das Auge blickt. Foto: Anna Kohnen

Bunte Leckereien, wohin das Auge blickt. Foto: Anna Kohnen

Selbstgemachte Sterne blinken um die Wette. Foto: Anna Kohnen

Selbstgemachte Sterne blinken um die Wette. Foto: Anna Kohnen

Und ganz egal, wie alt die Kinder sind: Poffertjes und Schmalzkuchen mögen sie alle und die gibt es natürlich auch auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt.

Beitrag: Anna Kohnen

 

Den Dingen Seele einhauchen

Hanne Scharnhorst und Michael Nöck Gebhardt-Seele machen seit einer gefühlten Ewigkeit gemeinsame Sache – und die heißt Theater Fadenschein. Bereits während ihres Studiums an der HBK Ende der 70er-Jahre entdeckten beide ihre Liebe zum modernen Figurentheater. 1983 gründeten sie die Gruppe Der Rote Faden, aus der später die bis heute gültige Firmierung werden sollte.

Entscheidung für das Spiel

„Ich habe ursprünglich Kunstpädagogik mit dem Schwerpunkt darstellendes Spiel studiert, und bin über Projekte in die freie Szene hineingekommen. Nach dem ersten Staatsexamen stand dann die Entscheidung an: gehe ich in den Schuldienst und mache ein Referendariat oder mache ich weiter Theater. Zwei Professoren – Enno Podehl, der die studentische Marionettentheatergruppe gegründet hat und Hansgeorg Mahler vom Frankfurter Klappmaultheater – haben mich damals sehr gepusht, und gesagt: Mach weiter“, skizziert Hanne Scharnhorst, die ein wenig schmunzeln muss, wenn die Sprache auf die Anfänge kommt. Anti-AKW, Straßentheater, unterschiedlichste, alternative Projekte, Bio- und Buchläden: Das sei alles sehr rührig gewesen – einfach eine andere Zeit.

Anfänge als Tour-Theater

13 Jahre war das Theater Fadenschein de facto ein Tour-Theater. Bis zu 120 Spiele pro Jahr haben Scharnhorst und Gebhardt-Seele im gesamten bundesrepublikanischen Raum absolviert. Ein kleines Standbein in Braunschweig hatten beide im ehemaligen Kulturzentrum Die Brücke am Steintorwall. „Das war ein Veranstaltungsraum, der früher mal ein Kino war, quasi der Vorläufer unseres eigenen Hauses. Dort haben wir ein kontinuierliches Figurentheaterprogramm mit eigenen Produktionen und Gästen gemacht. Künstlerisch hatten wir da schon recht viel Erfolg, vor allem mit den Kinderstücken, die sehr gut besucht waren“, erinnert sich Scharnhorst, und fügt lachend hinzu: „Wir hatten damals aber auch mit verschiedensten Zwängen zu kämpfen.“ Immer wieder habe man mit den Hufen gescharrt, mehr machen wollen, was jedoch unter anderem durch die allzu starren Öffnungszeiten der Räumlichkeiten des Kulturamtes, die sich nach dem Hausmeister richteten, verhindert wurde. In dieser Zeit entstand der Wunsch nach einem eigenen Haus.

Das Theaterhaus im Bültenweg

Das Theater Fadenschein am Bültenweg. Foto: André Pause

Das Theater Fadenschein am Bültenweg. Foto: André Pause

 

Der Zufall sollte den Theaterleuten schließlich helfen. Hanne Scharnhorsts Mann hatte einen Atelierplatz in einem historischen Gebäude aus dem vorletzten Jahrhundert. Als er erfuhr, dass die ehemalige Konservenfabrik verkauft werden soll, gab er sein Wissen weiter. Michael Nöck Gebhardt-Seele prüfte daraufhin, ob ein Kauf realisierbar wäre. Das war er, und so wurde das Gebäude im Bültenweg 95, vis-à-vis des Botanischen Gartens, nach jahrelangem Umbau zur festen Heimat des Theaters Fadenschein. Seitdem wird der Saal mit 120 Sitzplätzen ganzjährig bespielt. Dass das Leben auf Tour damit ein Ende hatte, kam Hanne Scharnhorst übrigens sehr entgegen. 1992 brachte sie Tochter Alba, heute selbst eine Theater-Enthusiastin, zur Welt. „Außerdem hatte ich es, als ich dann so 40 oder 45 war, ziemlich im Kreuz. Unsere Stücke waren vom Bühnenbild schon damals relativ aufwendig. Und bei manchen Touren haben wir das bis zu dreimal am Tag auf- und abgebaut.“

Herausforderungen für Theater

Stationär habe man jetzt bisweilen die Möglichkeit auch mal 20 Spiele in einer Bühne zu absolvieren. Eine Entlastung für das lediglich vier Mitarbeiter starke Team des Fadenschein, das sich den vielfältigsten Herausforderungen ausgesetzt sieht. „Vor allem gibt es heute unheimlich viel Konkurrenz. In der Braunschweiger Kindertheaterszene ist viel los, im Erwachsenentheater natürlich erst recht. Darüber hinaus konkurrierst Du anders als in den Anfängen viel mehr mit Events. Allein Theater zu machen reicht oft nicht mehr. Ein Stück muss heute mehr in einen bestimmten Rahmen eingebunden sein“, erklärt die Theaterleiterin. Die Kunst sei in Zeiten des Theaters mit Alltagsexperten beim gewissenhaften rumfeilen am Alleinstellungsmerkmal, nicht im eigenen Saft zu schmoren und auf der anderen Seite das Programm nicht zu verwässern. Im Vergleich zu früher trage man heute natürlich eine ganz andere Verantwortung – nicht nur aufgrund des beschäftigten Personals. Das Haus zu bespielen, zu erhalten und dabei über Jahre interessant zu halten ist auch vor dem Hintergrund der institutionellen Förderung essenziell.

Ein Blick in die Werkstatt: Hier werden die meisten Figuren geschaffen, die auf der Bühne zum Leben erweckt werden. Foto: André Pause

Ein Blick in die Werkstatt: Hier werden die meisten Figuren geschaffen, die auf der Bühne zum Leben erweckt werden. Foto: André Pause

Ein Programm für alle

178 Spiele sind im Theater Fadenschein im vergangenen Jahr über die Bühne gegangen, 75 davon waren eigene Produktionen. Dabei ist das Programm im Bültenweg, ein gängiges Vorurteil, keineswegs nur für Kinder. „Der Eindruck entsteht vielleicht, weil wir im Weihnachtsprogramm ausschließlich Kinderprogramm machen. In der Zeit können wir parallel kein Erwachsenentheater anbieten, weil die Umbaumöglichkeiten der Bühne das schlicht nicht hergeben“, sagt Pressesprecherin Annemarie Bastian. Und natürlich habe es mit der Tradition des Figurentheaters zu tun. „Da denken die meisten erst mal an den Kasper. Das ist total verwurzelt in den Köpfen“, ergänzt Hanne Scharnhorst. Dabei berge Figurentheater die Chance, sich sehr vielfältig mit dem Thema Theaterspielen zu beschäftigen, gerade weil man auf der Bühne nicht nur ganz klassisch einen Text und Schauspieler habe: „Man kann in unterschiedlichsten bildhaften Genres denken, experimentieren und dabei auf einer anderen Ebene als der sprachlichen arbeiten. Im Liliputtheater beispielsweise gibt es ja überhaupt keine Geschichten. Da läuft aufgrund des Wegfalls der kognitiven Ebene alles assoziativ über Emotionen und Bilder. Und das kann man, gerade heute, wo man den Menschen ganzheitlich betrachtet und andere Bereiche als nur den Kopf anspricht, verstärkt auch auf das Erwachsenentheater übertragen. Es geht auch darum, Dingen beziehungsweise Materialien Seele einzuhauchen. Ein Abstraktionsgrad, den es im Schauspiel sonst wenig bis gar nicht gibt.“

Formate mit Weitblick

Dass auch Jugendliche und Erwachsene ihren Spaß beim Figurentheater haben, stellen die Fadenscheins ganzjährig unter Beweis. Unter dem Motto „AugenSchmaus“ bietet das Theater bereits seit den Anfängen Vorstellungen mit einem kulinarischen Rahmenprogramm an. Familien mit älteren Kindern schwören auf das Format „Pizza & Theater“. Alle drei Jahre wird darüber hinaus mit dem Weitblick-Festival ein umfassender Einblick in die verschiedensten Spielarten aus der Welt des Figurentheaters gegeben. Vom 14. bis zum 23. Oktober ist es wieder so weit.

Pädagogische Angebote und zahlreiche Kooperationen runden das Angebot ab.

Aktuelle Informationen zu allen Aktivitäten und Produktionen finden Sie auch im Internet unter www.fadenschein.de.

Text und Bilder: André Pause
Artikelbild  (v.l.).: Stephanie Sahl (Organisation), Hanne Scharnhorst (Figuren, Spiel, Regie, Gestaltung, Dramaturgie, Spielplan, künstlerische Leitung Festival Weitblick), Michael Nöck Gebhardt-Seele (Bühnenbild, Figuren, Spiel, Technik, Finanzen, Internet), Annemarie Bastian (Öffentlichkeitsarbeit).

Den Spaß am Lernen wecken

„Schule kann Spaß machen! Und alles was Spaß macht, ist für Kinder mit Leichtigkeit zu schaffen“, sagt Ariane Hümpel, Leiterin der Schülerhilfe in der Münzstraße. „Das Wichtigste ist, die Schüler dort abzuholen, wo sie gerade stehen und ihnen das zu geben, was sie brauchen – mit viel Liebe und jeder Menge Spaß.“ Ariane Hümpel weiß, wovon sie spricht: Als Mutter zweier erwachsener Kinder, die auf dem Weg zum Abitur ebenfalls auf Nachhilfe angewiesen waren, kennt sie die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen, ihre Sorgen und Ängste während der Schulzeit ganz genau. Ihre persönlichen Erfahrungen gibt die engagierte Braunschweigerin, die zuvor im Coaching-Bereich tätig war, nun bei der Schülerhilfe weiter.

Ariane Hümpel leidet die Schülerhilfe in der Münzsstraße. Foto: Stephen Dietl

Ariane Hümpel leitet die Schülerhilfe in der Münzsstraße. Foto: Stephen Dietlverr

In kleinen Lerngruppen von drei bis fünf Schülern und Schülerinnen lernt man montags bis freitags ab 14 Uhr bei der Schülerhilfe in der Münzstraße. Hier ist eine von drei Braunschweiger Standorten der Gelsenkirchener ZGS Bildungs-GmbH, die bereits seit 1974 Nachhilfeunterricht anbietet und inzwischen an rund 1.100 Standorten in Deutschland jährlich mehr als 100.000 Schüler fördert. Ob Grundschule oder Abiturvorbereitung, ob Mathematik oder Englisch: Das Lernangebot der Schülerhilfe umfasst den gesamten schulischen Lehrplan. „Hauptproblem ist meist Mathe. Aber wir bieten fast alle Fächer an und unterrichten sämtliche Jahrgangsstufen“, so Ariane Hümpel. Das Angebot reicht vom klassischen wöchentlichen Nachhilfeunterricht bis zu Ferienkursen und gezielter Abiturvorbereitung. Verschiedene Tarife und Vertragslaufzeiten mit kurzen Kündigungsfristen bieten hohe Flexibilität. In der Regel kommen die Schüler an ein bis zwei Nachmittagen pro Woche für jeweils 90 Minuten direkt nach der Schule.

Oberstes Ziel ist natürlich, eine Notenverbesserung zu erreichen, oftmals überhaupt die Versetzung ins nächste Schuljahr zu schaffen; was auch in den meisten Fällen gelingt. Langfristig geht es bei der Schülerhilfe jedoch um deutlich mehr: Das Selbstbewusstsein der Schüler wieder aufzubauen, soziale Kompetenzen zu stärken und die Angst vor der Schule zu nehmen. Im besten Fall gar Freude am Lernen und echtes Interesse am ungeliebten Schulfach zu wecken. „Es geht uns darum, die Schüler aus ihrem Tief herauszuholen und zu motivieren“, erklärt Ariane Hümpel. „Dann begreifen sie sehr schnell, dass die Nachhilfe keine Strafe ist, sondern eine echte Bereicherung – eine Chancenverbesserung!“

Woher kommen die Erfolge, was macht man bei der Schülerhilfe anders als in der Schule? „Wir können in einer Gruppe von vier bis fünf Schülern ganz anders arbeiten, als in einer Schulklasse mit 28 Schülern. Der Nachhilfelehrer kümmert sich persönlich um jeden Schüler, kann sich individuell auf jedes Kind einstellen“, sagt Ariane Hümpel. Hinzu kommen Elterngespräche, in denen sich Schüler, Eltern und Lehrer gemeinsam an einen Tisch setzen, sich austauschen und Ziele definieren; allerdings – und das sei besonders wichtig – möglichst ohne Druck. Darüber hinaus gehe es bei der Schülerhilfe nicht nur um starres Lernen, sondern zwischendurch auch immer wieder um Persönliches: „Unsere Nachhilfelehrer reden mit den Schülern darüber, wie es ihnen geht und was sie beschäftigt. Verständnis und gegenseitiger Respekt spielen eine große Rolle für den Spaß am Lernen und somit für den Erfolg in der Schule.“

Das Team der Schülerhilfe in der Münzstraße. Foto: Stephen Dietl

Das Team der Schülerhilfe in der Münzstraße. Foto: Stephen Dietl

Einer unserer Nachhilfelehrer ist Dominic Schliestedt. Der 23-Jährige studiert Mathematik und Biologie auf Lehramt an der TU Braunschweig und ist seit zwei Jahren Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften im Team von Ariane Hümpel. „Fast allen Schülern gelingt eine deutliche Verbesserung ihrer Noten. Schüler, die am Anfang ruhig waren, stellen nun offene Fragen, fühlen sich sicherer“, verrät der Mathematiker. „Bei mir sollen die Schüler nicht einfach Formeln auswendig lernen, sondern verstehen, was dahinter steckt. Ich nehme ihnen die Angst vor der Mathematik.“ Sein Job bei der Schülerhilfe ist für den angehenden Gymnasiallehrer eine ideale Ergänzung zum Studium.

Und was sagen seine Schüler dazu? „Es macht einfach Spaß, hierher zu kommen. Besonders wenn man die Fortschritte in der Schule sieht“, berichtet der dreizehnjährige Mladen. Nachdem seine Noten in Mathe und Deutsch zum Halbjahr der siebten Klasse immer mehr sanken und er dem Stoff nicht mehr folgen konnte, suchte er Hilfe und fand sie in der Münzstraße, wohin er seitdem zweimal pro Woche nach der Schule geht. „Früher konnte ich Mathe überhaupt nicht leiden. Aber sobald man es versteht, macht das Lernen sogar richtig Spaß. Hier hat man immer die volle Aufmerksamkeit des Nachhilfelehrers. Er erklärt es einem so gut und so oft, bis man es wirklich verstanden hat.“ Und so ist inzwischen aus der Fünf in Mathe eine Drei mit Spaß am Lernen geworden – dank Ariane Hümpel und ihrem Team engagierter junger Nachhilfelehrer bei der Schülerhilfe!

Text und Fotos: Stephen Dietl
Artikelbild: Dominic Schliestedt und sein Schüler Mladen.

Auf die Plätze, fertig, los – Braunschweigs Spielplätze locken Kinder und Eltern ins Grüne

Bis zum Jahr 2020 soll die Region Braunschweig-Wolfsburg Referenzregion für Arbeits- und Lebensqualität sein. Mit rund 250.000 Einwohnern spielt Braunschweig als Wirtschaftszentrum und zweitgrößte Stadt Niedersachsens eine wichtige Rolle. Attraktive Arbeitsplätze, kurze Wege und viel Grün machen die Löwenstadt für junge Familien besonders interessant.

Der Kinderstadtplan weist den Weg

Für den Nachwuchs gibt es in Braunschweig ein umfassendes Angebot an altersgerechten Betreuungs- und Freizeitmöglichkeiten. Der „Kinderstadtplan“ bietet interessierten Eltern Übersicht und Orientierung. Zu den beliebten Klassikern gehört beispielsweise „FiBS – Ferien in Braunschweig“. In jedem Jahr organisiert der Fachbereich Kinder, Jugend und Familie der Stadt Braunschweig in den Oster-, Sommer- und Herbstferien ein umfangreiches Programm an Aktivitäten, gerade findet das große FiBS-Camp 2016 statt.

Schaukelspaß in Innenstadtnähe auf dem Spielplatz im Inselwallpark. Foto: Jan Engelken

Schaukelspaß in Innenstadtnähe auf dem Spielplatz im Inselwallpark. Foto: Jan Engelken

Spielplätze für den kleinen Spaß zwischendurch

Für abenteuerlustige Kinder ab sechs Jahren gibt es in Braunschweig einen Abenteuer- und zwei Aktivspielplätze. Hier können Kinder unter pädagogischer Anleitung auf ausgedehnte Erkundungstour gehen, Hüttenbau, Stockbrot und sogar Tiere kennenlernen. Natürlich kommt auch der kleine Spaß zwischendurch in Braunschweig nicht zu kurz, im Stadtgebiet gibt es über 100 Kinderspielplätze. Eltern mit Kleinkindern finden Sandkästen, Mini-Rutschen und Babyschaukeln vor, für größere Kinder gibt es Seilbahnen und Klettergeräte. Der Großteil der Spielplätze ist ruhig gelegen, einige sind in städtische Parkanlagen integriert, wie die Spielplätze im Inselwallpark, im Prinz-Albrecht-Park oder im Theaterpark.

Stets gut besucht und die Bäume spenden an sonnigen Tagen Schatten: Der Spielplatz im Prinz-Albrecht-Park. Foto: Jan Engelken

Stets gut besucht und die Bäume spenden an sonnigen Tagen Schatten: Der Spielplatz im Prinz-Albrecht-Park. Foto: Jan Engelken

Anschluss finden in der neuen Heimatstadt

Braunschweigs Spielplätze sind für junge Familien optimal, um Anschluss in der neuen Heimatstadt zu finden. Hier trifft sich nicht nur der Nachwuchs zum Spielen, hier kommen auch die Eltern zusammen. Häufig kennt man sich untereinander, wohnt in der Nachbarschaft, begegnet sich regelmäßig auf dem Spielplatz, trifft sich auf einen Plausch. Für Mütter, Väter und Kinder ist der Spielplatz der soziale Hot Spot im Quartier, und während die Kleinen neue Spielkameraden finden, entstehen die Kontakte zwischen Neuankömmlingen und einheimischen Eltern fast von selbst.

Freizeitspaß genießen und die Stadt entdecken

Ein besonderes Erlebnis ist der neue Jugendplatz am Westbahnhof. Die ehemalige Gleisanlage wurde in ein weitläufiges Freizeitgelände verwandelt, die feierliche Eröffnung des Areals „Westbahnhof“ fand im Oktober 2015 statt. Für Jugendliche gibt es hier einen überdachten Skate-, BMX- und Basketballbereich, nebenan wurde ein großes Fußballfeld mit Kunstrasen angelegt. Das Gelände liegt direkt am Braunschweiger Ringgleis. Die historische Bahntrasse ist zu einem naturnahen Geh- und Radweg umgestaltet worden, der mehrere Stadtteile verbindet. Freizeitspaß genießen und ganz nebenbei die Stadt entdecken – hier ist beides möglich!

Am Westbahnhof ist ein weitläufiges Freizeitgelände mit Kunstrasenplatz entstanden. Foto: Jan Engelken

Am Westbahnhof ist ein weitläufiges Freizeitgelände mit Kunstrasenplatz entstanden. Foto: Jan Engelken

Text: Jan Engelken

Artikelbild: „Hier trifft man viele andere Eltern und für die Kinder gibt es immer ein Plätzchen im Schatten“ – Katharina mit Tochter Jule (12 Monate) auf dem Spielplatz im Prinz-Albrecht-Park. Foto: Jan Engelken

Große und kleine Freizeitoasen

Der erste braunschweig best choice Spielplatz-Check hat mich vergangene Woche auf den Abenteuerspielplatz Melverode geführt. Neben diesem Erlebnisklassiker im Süden Braunschweigs gibt es noch zwei weitere Aktivspielplätze in der Stadt. Auch hier können Kinder unter pädagogischer Aufsicht und Anleitung gestalten, klettern, spielen und die Natur erleben. Im Norden Braunschweigs befindet sich der Aktivspielplatz Schwarzer Berg, der Aktivspielplatz Gliesmarode liegt im Osten. Alle drei Spielplätze sind in der grünen Peripherie Braunschweigs angesiedelt und trotzdem gut mit Bus, Tram, Rad oder Auto zu erreichen.

Aktivspielplatz Gliesmarode: „Reinschauen und wohlfühlen“

„Reinschauen und wohlfühlen“ lautet das Motto auf dem Aktivspielplatz Gliesmarode. Wer dem verschlungenen Karl-Hintze-Weg folgt und nicht zu früh ins FiBS-Camp 2016 abbiegt, erreicht nach einigen hundert Metern die Hausnummer 6. Während der Öffnungszeiten – Montag bis Freitag von 13 bis 18 Uhr – und bei gutem Wetter ist der Aktivspielplatz häufig auch an einem Eiswagen und einer kleinen Menschentraube vor dem Eingang zu erkennen.

Aktivspielplatz Gliesmarode. Foto: Jan Engelken

Aktivspielplatz Gliesmarode. Foto: Jan Engelken

Inlineskaten und Basketballspielen

Der Eiswagen steht nicht ohne Grund vor dem Spielplatzgelände. An warmen Sommertagen sind über 100 Kinder auf dem 5.000 Quadratmeter großen Gelände unterwegs, bei so vielen Spiel- und Sportmöglichkeiten ist eine Erfrischung zwischendurch höchst willkommen. Apropos Sport: Der Aktivspielplatz Gliesmarode bietet nicht nur viel Grün mit Nestschaukel, Seilbahn, Rutsche und Bolzplatz. „Wir haben hier auch eine sportbeschichtete Rollschuhbahn, die Kinder können Inlineskaten und Basketballspielen“, erklärt Erzieherin Susanne Braun.

Elisha (9 Jahre) baut gemeinsam mit ihrer Mutter ein Windspiel auf dem Aktivspielplatz Gliesmarode. Foto: Jan Engelken

Elisha (9 Jahre) baut gemeinsam mit ihrer Mutter ein Windspiel auf dem Aktivspielplatz Gliesmarode. Foto: Jan Engelken

Familiäres Miteinander wichtig

2017 wird der Aktivspielplatz Gliesmarode 40 Jahre alt, Susanne Braun kennt die Einrichtung seit fast 30 Jahren. „Die Kinder fühlen sich hier einfach wohl und das war damals schon so. Gerade habe ich frühere Spielplatz-Kinder getroffen, die ich als Sechsjährige hier kennengelernt habe. Jetzt bringen sie ihren eigenen Nachwuchs zu uns“, berichtet Braun. Das familiäre Miteinander auf dem Spielplatz, der von der Ev.-luth. Kirchengemeinde Riddagshausen-Gliesmarode getragen wird, ist ihr und den zwei weiteren Betreuern sehr wichtig. „Als ich vor vier Jahren wieder hierher zurückkam, habe ich gesagt: Ich bin wieder zuhause“, erinnert sich Braun.

Ibrahim (10 Jahre) ist meist auf dem Fußballplatz. Schwester Maria (7) ist oft dabei. Foto: Jan Engelken

Ibrahim (10 Jahre) ist meist auf dem Fußballplatz. Schwester Maria (7) ist oft dabei. Foto: Jan Engelken

Aktivspielplatz Schwarzer Berg: Umgeben von dichtem Grün

Träger des Aktivspielplatzes Schwarzer Berg ist der gleichnamige Verein Aktivspielplatz Schwarzer Berg e. V. Die Adresse der kleinen, liebevoll „Akki“ genannten Freizeitoase ist mit „Hinter dem Hochhaus Sielkamp 52“ angegeben. Ganz einfach zu finden ist der Aktivspielplatz nicht, man sollte aufmerksam der Ausschilderung folgen. Aber die kleine Entdeckungstour lohnt sich, denn auch der Aktivspielplatz Schwarzer Berg zeichnet sich durch seine ruhige, idyllische Lage aus. Flankiert wird das Gelände vom Naherholungsgebiet rund um den Ölpersee, der Spielplatz selbst befindet sich in einem kleinen Talkessel und ist rundherum von dichtem Grün umgeben.

Fast wie im Dschungel: Der Aktivspielplatz Schwarzer Berg ist rundherum von dichtem Grün umgeben. Foto: Jan Engelken

Fast wie im Dschungel: Der Aktivspielplatz Schwarzer Berg ist rundherum von dichtem Grün umgeben. Foto: Jan Engelken

Sanierungsarbeiten in vollem Gange

Auf dem kleinen Spielplatz ist zurzeit viel in Bewegung. Gerade wurden neue Bohlen an den beiden Klettergerüsten montiert, bis zum Ende der Sommerferien soll die neue Rutsche fertiggestellt sein. Der Vereinsvorstand um den neuen Vorsitzenden Christian Plock hat sich zusammen mit den zwei Betreuern vor Ort, Michael Bitter und Hellas Irmer, einiges vorgenommen. „Die alte Rutsche war leider nicht mehr zu retten. Die neue Rutsche wird in Kooperation mit der Stadt Braunschweig und der Volkshochschule Braunschweig realisiert“, erläutert Plock sein Vorhaben. Darüber hinaus möchte Plock die Kooperation mit der Grundschule Am Schwarzen Berge ausbauen. Gemeinsam werden Schul-AGs angeboten: „Schach“, „Hütten bauen“ und zum Thema „Natur“.

Das Klettergerüst auf dem Aktivspielplatz Schwarzer Berg wurde gerade renoviert. Foto: Jan Engelken

Das Klettergerüst auf dem Aktivspielplatz Schwarzer Berg wurde gerade renoviert. Foto: Jan Engelken

Es bleibt spannend

Der Spielplatz ist in den Ferien montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr, in der übrigen Zeit von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Neben den beiden Klettergerüsten gibt es eine Schaukel, eine Wippe, ein Jugend- und ein Werkstatthaus sowie das Hauptgebäude mit Aufenthaltsraum und Kicker. Wer den Fußball nicht nur auf dem Tisch, sondern auch auf dem Rasen rollen lassen möchte, geht einfach nach nebenan auf den Bolzplatz. Auf dem Aktivspielplatz Schwarzer Berg wird gerade kräftig angepackt: Die Sanierungsarbeiten finden vormittags statt, nachmittags können die Kinder ganz normal spielen. Es bleibt also spannend auf dem Aktivspielplatz Schwarzer Berg – genau das Richtige für abenteuerlustige Kinder zwischen 6 und 14 Jahren.

Text: Jan Engelken