Jubiläum

Happy Birthday, Haus der Wissenschaft! – Veranstaltungsspecial zum zehnjährigen Jubiläum

KIWI-Forscherinnen und Forscher im Agnes-Pockels-Labor der Technischen Universität Braunschweig. Foto: Haus der Wissenschaft/F. Koch

Erinnern Sie sich noch an das Jahr 2007? Der 4. Klimaschutzbericht wird vorgestellt, die Rohölpreise erreichen ein neues Rekordhoch, eine weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise bahnt sich an, die Weltraumsonde Rosetta lässt sich vom Mars in die Tiefen das Weltalls katapultieren, in San Francisco wird ein gewisses iPhone vorgestellt – und in Braunschweig wird am 24.10.2017 die „Haus der Wissenschaft GmbH“ gegründet.

Brücke zwischen Wissenschaft und Stadtgesellschaft

Was haben diese ausgewählten Schlaglichter der Zeitgeschichte mit dem Haus der Wissenschaft gemeinsam? Sie haben nicht nur im gleichen Jahr ihren Anfang genommen, sie begleiten das Haus der Wissenschaft auch bis heute. Klimaerwärmung und Energieversorgung, Luft- und Raumfahrt oder moderne Kommunikationstechnologien: Das Haus der Wissenschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, die ganz großen Themen aus Forschung und Wissenschaft für jeden verständlich und nachvollziehbar zu machen. Im Haus der Wissenschaft wird die Tatsache, dass die Region Braunschweig zu den forschungsstärksten Regionen Europas zählt, konkret und erlebbar. Noch vor 13 Jahren war die Situation in Braunschweig eine andere: Die renommierten Forschungseinrichtungen waren im öffentlichen Bild der Stadt kaum sichtbar, der Wissenschaftsstandort Braunschweig nicht erkennbar. Ein „Turm der Wissenschaften“ sollte die Antwort sein. Kein unerreichbarer Elfenbeinturm, sondern eine Plattform, die die Aussicht auf eine faszinierende Umwelt mit einer breiten Öffentlichkeit teilt.

Haus der Wissenschaft mit Kuppel. Foto: Haus der Wissenschaft/A. Bormann

„Turm der Wissenschaften“ für Braunschweig

Ein Leuchtturm ist es in der Tat geworden – nicht nur im übertragenen Sinn, sondern auch der Erscheinung nach. Seit 2009 residiert das Haus der Wissenschaft in den Räumen der ehemaligen pädagogischen Hochschule. Jenem Gebäude aus rotem Backstein, das dem Campus der Technischen Universität Braunschweig ein markantes Gesicht verleiht. Im Mai 2011 wurde die charakteristische Glaskuppel auf dem Dach errichtet, der Leuchtturm der Wissenschaft hatte seine bauliche Vollendung gefunden. Die Arbeit für Wissenschaft und Stadtgesellschaft begann aber nicht erst mit der Neueröffnung des Gebäudes. Die ersten innovativen Veranstaltungsformate präsentierte Markus Weißkopf, der erste Geschäftsführer der Haus der Wissenschaft GmbH, bereits Mitte 2008, gerade mal ein halbes Jahr nach der Gründung. Denn eins war den Ideengebern klar: Das Haus der Wissenschaft sollte nicht nur wie ein Leuchtturm aussehen, sondern auch wie einer wirken.

Von Braunschweig aus in die ganze Republik

KIWI-Forscherinnen und Forscher bauen Spaghettitürme und beschäftigen sich mit Architektur und Bauwesen. Foto: Haus der Wissenschaft/F. Koch

Innovativ, interaktiv, generationenübergreifend und interdisziplinär waren die Schlagworte für das zukünftige Veranstaltungsprogramm. Sie sind zum Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg des Konzepts geworden. Gleich die erste große Veranstaltung sollte zu einem Dauerhit werden: der „Science-Slam“, erstmalig ausgerichtet am 6. Juni 2008. Das Kurzvortragsturnier von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern vor Publikum sollte von Braunschweig aus die ganze Republik erobern. 2009 folgten die „KiWi-Forschertage für Kinder“, ein Ferienprogramm für Schülerinnen und Schüler mit Experimenten, Seminaren und Erkundungstouren. Ebenfalls 2009 gestartet: die Diskussionsrunde „Tatsachen? Forschung unter der Lupe“ zu aktuellen Forschungsfragen aus Sicht unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen sowie der „Astroherbst“ mit Vorträgen zum Themengebiet Astronomie. Im Frühjahr 2010 ging dann die Veranstaltungsreihe „Logo – Wissenschaft aus Braunschweig“ in Kooperation mit NDR Info auf Sendung. Zu hören nicht nur im Radio, sondern natürlich auch live im Haus der Wissenschaft zu erleben.

Forscherwette zur European Researchers‘ Night 2014: 1271 Forscherinnen und Forscher zeigten mit aufgespannten Regenschirmen eindrucksvoll, welchen hohen Stellenwert Forschung in der Region Braunschweig hat. Foto: M. Kruszewski

Neue Formate für die Wissenschaftsvermittlung

Bis heute sind zahlreiche weitere Veranstaltungsformate und Projekte hinzugekommen. Vom ersten „Energiecafé“ (2010) über die „Luftfahrt der Zukunft“ (2011) und „Experten in der Schule“ (2011) bis hin zum „best choice-Slam“ (2016), dem Unternehmensslam für Jobsuchende und Berufseinsteiger. Events, die von Anfang an so erfolgreich waren, dass sie bis heute regelmäßig stattfinden. Hinzu kommen Highlights wie die „Streberschlacht“ (2012), das „Festival der Utopie“ (2013) oder die „European Researchers Night“ (2014) mitten in der Braunschweiger City. Verantwortlich hierfür: Dr. Karen Minna Oltersdorf, die im März 2012 die Geschäftsführung von Markus Weißkopf übernahm.

 „10 Jahre | 10 Tage“ – Start des großen Jubiläumsprogramms

Vor zehn Jahren ist das Haus der Wissenschaft angetreten, um eine dauerhafte Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, der Stadt und ihren Bewohnern zu schaffen – Mission geglückt! Ein Jahrzehnt hochspannendes Edutainment auf Tuchfühlung mit alltäglicher Lebenswelt und außergewöhnlicher Wissenschaft wird gebührend gefeiert. Ein Best-of der erfolgreichsten Veranstaltungsformate steht auf dem zehntägigen Jubiläumsprogramm vom 11. bis 20. Oktober 2017: Spezialausgaben von „Kiwi-Forschertagen“, „Astroherbst“, „Energiecafé“ oder „Tatsachen? – Forschung unter der Lupe“ zum Beispiel.

Publikum beim Science Slam im Haus der Wissenschaft. Foto: Haus der Wissenschaft/F. Koch

Das Highlight zum Abschluss: „Giant Science Slam“

Am 20. Oktober wartet dann der ultimative Jubiläumsknaller auf die Geburtstagsgäste. Mit dem „Giant Science Slam“ veranstaltet das Haus der Wissenschaft seinen bis dato größten Science Slam. So groß, dass er in der Stadthalle Braunschweig stattfinden wird. Unter dem Motto „Ring frei für die besten Köpfe!“ treffen Deutschlands beste Science Slammer aufeinander. Ebenfalls live on stage: Die Braunschweiger Band You&Me im Anschluss an den Slam. Danach bittet DJ Fry (Profs@Turntables) auf die Tanzfläche. Karten für den Giant Science Slam sind unter www.konzertkasse.de oder 0531 16606 und in allen Ticket-Shops der Konzertkasse erhältlich (12 Euro, 7 Euro ermäßigt zzgl. VVK-Gebühr).

Text: Jan Engelken

Beitragsbild: Kernteam des Haus der Wissenschaft Braunschweig. Von l. n. r: Rebecca Jeske, Carina Teufel, Britta Eisenbarth, Dr. Karen Minna Oltersdorf. Das Team wird außerdem unterstützt von einem Auszubildenden, einer FSJlerin und studentischen Hilfskräften. Foto: Lasse Lehmann