Der „Arche Noah“ Zoo Braunschweig

Der „Arche Noah“ Zoo Braunschweig gehört bei Familien und Tierfreunden zu den absoluten Ausflugsklassikern. Und wer seine Kindheit in der Region verbracht hat, wird sich gerne an die Kindergarten- oder Schulausflüge zu Kamel, Tiger und Waschbär erinnern. Für mich war es höchste Zeit, die Kindheitserinnerungen aufzufrischen. Ich kann nur sagen: Es lohnt sich!

Saisonvorbereitung in vollem Gang

Noch hält sich der Besucherandrang im Zoo Braunschweig in Grenzen. Das Wetter stimmt zwar schon an einem der ersten sonnigen Tage im Frühling, aber für einen entspannten Familienausflug ist es noch etwas frisch. Dafür herrscht in den Gehegen und hinter den Kulissen bereits Hochbetrieb. Die Sommersaison steht kurz bevor und überall im Zoo wird gearbeitet. Es wird dekoriert, gereinigt und das letzte Herbstlaub entfernt, damit sich Tiere und Besucher gleichermaßen wohl fühlen.

Winterschlaf? Nur etwas für Murmeltiere!

Zoo-Kurator Peter Wilhelm füttert die Nasenbären. Foto: Jan Engelken
Zoo-Kurator Peter Wilhelm füttert die Nasenbären. Foto: Jan Engelken

„Ab Ostern geht bei uns die Saison richtig los, bis dahin muss alles erledigt sein“, sagt Zoo-Kurator Peter Wilhelm. Dabei hat der Zoo auch in der kalten Jahreszeit keinen „Winterschlaf“ gemacht, er ist durchgängig geöffnet. Die einzigen, die jetzt – Mitte März – im Zoo Braunschweig noch Winterruhe halten, sind die Murmeltiere … und die dürfen das als Langschläfer auch. Bei den übrigen über 50 Tierarten herrscht ein reges Treiben, besonders jetzt, kurz nach der morgendlichen Fütterungszeit. Südamerikanische Krallenaffen tummeln sich bei tropischen Temperaturen in ihrem Gehege, robustere Affen wie die quirligen Kattas haben sich aus ihren wohltemperierten Rückzugsräumen nach draußen getraut, neugierige Knopfaugen schauen mich an. Auch die sehr zutraulichen Frettchen und Nasenbären begrüßen mich. Man fühlt sich den Tieren in diesem Zoo schnell sehr nahe, einige Arten dürfen auch mit dem zooeigenen Futter gefüttert werden.

Ein Zoo für Groß und Klein – den Tieren ganz nah!

Einer von zwei Spielplätzen auf dem Zoogelände. Foto: Jan Engelken
Einer von zwei Spielplätzen auf dem Zoogelände. Foto: Jan Engelken

Die Nähe zu den Tieren ist auch für Peter Wilhelm eine der Besonderheiten des Zoos: „Im Unterschied zu vielen größeren Zoos haben die Besucher hier einen sehr engen Kontakt zu den Tieren.“ Besonders gut kommen deshalb auch die possierlichen Waschbären und die großen Kamele an, mit denen man als Besucher und Besucherin direkt auf Tuchfühlung gehen kann. Bei den Kindern stehen Ponykoppel und die Ziegen im Streichelgehege ganz hoch im Kurs. Für Kinder gibt es außerdem zwei Spielplätze und den neuen Kletterturm. Ein weiterer Vorteil des kinder- und familienfreundlichen Zoos: „Auf unseren drei Hektar Fläche kann man sich mehr Zeit für die einzelnen Tiere nehmen, vielleicht sogar ein zweites Mal herumgehen, um auch alles zu sehen. Denn artgerechte Tierhaltung bedeutet, dass unsere Tiere auch einen Rückzugsraum haben. Nicht alle Tiere sind ständig zu sehen“, erläutert der 29-jährige Wilhelm, selbst geprüfter Tierpflegemeister und mit dem elterlichen Zoo seit Kindertagen vertraut.

Neues Löwenhaus in der Löwenstadt

Die größte Raubkatze der Welt: Der Sibirische Tiger. Foto: Jan Engelken
Die größte Raubkatze der Welt: Der Sibirische Tiger. Foto: Jan Engelken

Man sollte also auch für diesen kleinen Zoo etwas Zeit mitbringen, um wirklich alle Tiere sehen zu können. Dann wird auch schnell klar, dass der Zoo Braunschweig kein reiner Streichelzoo ist: Mit zwei Sibirischen Tigern und mehreren Geparden sind sowohl die größten als auch die schnellsten Raubkatzen im Zoo untergebracht. Und wie es sich für die Löwenstadt gehört, wird bald auch der König der Tiere dazu kommen, das neue Löwenhaus ist fast fertig. Schon in diesem Jahr wird eine neue, größere Voliere für die Graupapageien eröffnet. Zu ihnen werden sich die Schwarzköpfchen-Papageien gesellen, die 54. Tierart, die im Zoo Braunschweig heimisch sein wird.

Besondere Angebote für das besondere Zooerlebnis

Wem der normale Zoobesuch nicht genug ist, der findet im Programm noch eine ganze Reihe Specials. Neben den beliebten Zooführungen und Schaufütterungen sind auch Spezialführungen mit Blick hinter die Kulissen, die Gepardenfütterung im Gehege oder die Aktion „Tierpfleger für einen Tag“ im Angebot. Wer eines der Tiere ganz besonders ins Herz geschlossen hat oder ein ausgefallenes Geschenk für einen tierlieben Freund sucht, kann im Zoo Braunschweig auch Tierpate werden. Auf der Homepage bietet der Zoo darüber hinaus Arbeitsmaterialien für Schüler, die zusammen mit der TU Braunschweig entwickelt wurden.

Und es gibt noch einen weiteren guten Grund, den Zoo Braunschweig zu besuchen: seine tolle Lage im Süden Braunschweigs – in direkter Nähe zum weitläufigen Naherholungsgebiet Südsee und problemlos erreichbar mit Auto, Tram und Bus (Tram M1 bzw. Bus 431, Haltestelle Siekgraben).

Text: Jan Engelken