Forschung, die begeistert – im Haus der Wissenschaft

Haus der Wissenschaft mit Kuppel. Foto: Haus der Wissenschaft/A. Bormann

Bei Wissenschaft und Forschung ist die Universitätsstadt Braunschweig Spitze. Bereits 2007 wurde Braunschweig zur „Stadt der Wissenschaft“ gekürt, heute gehört die Löwenstadt zu den forschungsintensivsten Regionen Europas. Hier führt die Wissenschaft kein Schattendasein, sondern ist zum festen Bestandteil der Stadtgesellschaft geworden: Allgegenwärtig, greifbar, verständlich. Denn Braunschweig ist nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Wissenschaftsvermittlung führend. Das Haus der Wissenschaft spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Mit innovativen Veranstaltungsformaten sorgt es für Austausch zwischen Wissenschaftlern und Bürgern und schlägt die Brücke zur städtischen Lebenswelt. Klimaerwärmung und Energieversorgung, Luft- und Raumfahrt oder moderne Kommunikationstechnologien: Das Haus der Wissenschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, die ganz großen Themen aus Forschung und Wissenschaft für jeden verständlich und nachvollziehbar zu machen und die Öffentlichkeit zum Dialog einzuladen. Damit schreibt das Haus die Geschichte der „Stadt der Wissenschaft“ fort und bietet eine dauerhafte Austauschplattform.

Ein Leuchtturm für den Innovationsstandort Braunschweig

Die Idee der Akteure war es, keinen unerreichbaren Elfenbeinturm zu bauen, sondern vielmehr einen Leuchtturm zu erschaffen, der sich den Fragen der Zukunft öffnet. Das ist in der Tat gelungen – nicht nur im übertragenen Sinn, sondern auch der Erscheinung nach. Seit 2009 residiert das Haus der Wissenschaft in den Räumen der ehemaligen pädagogischen Hochschule. Jenem Gebäude aus rotem Backstein, das dem Campus der Technischen Universität Braunschweig ein markantes Gesicht verleiht. Die Arbeit für Wissenschaft und Stadtgesellschaft begann aber nicht erst mit der Neueröffnung des Gebäudes. Die ersten innovativen Veranstaltungsformate wurden bereits Mitte 2008 präsentiert, gerade mal ein halbes Jahr nach der Gründung. Denn eins war den Ideengebern klar: Das Haus der Wissenschaft sollte nicht nur wie ein Leuchtturm aussehen, sondern auch wie einer wirken.

Von Braunschweig aus in die ganze Republik

Innovativ, interaktiv, generationenübergreifend und interdisziplinär waren die Schlagworte für das Veranstaltungsprogramm. Sie sind zum Schlüssel für den Erfolg des Konzepts geworden. Gleich die erste große Veranstaltung sollte zu einem Dauerhit werden: Der „Science-Slam“ eroberte ab 2008 von Braunschweig aus die ganze Republik. 2009 folgten die „KiWi-Forschertage für Kinder“, ein Ferienprogramm für Schülerinnen und Schüler mit Experimenten, Seminaren und Erkundungstouren. Ebenfalls 2009 gestartet: Die Diskussionsrunde „Tatsachen? Forschung unter der Lupe“ zu aktuellen Forschungsfragen sowie der „Astroherbst“ mit Vorträgen zum Themengebiet Astronomie. Im ganzen Norden bekannt ist die Veranstaltungsreihe „Logo – Wissenschaft aus Braunschweig“ in Kooperation mit NDR Info. Zu hören nicht nur im Radio, sondern natürlich auch live im Haus der Wissenschaft zu erleben.

KIWI-Forscherinnen und Forscher im Agnes-Pockels-Labor der Technischen Universität Braunschweig. Foto: Haus der Wissenschaft/F. Koch

Neue Formate für die Wissenschaftsvermittlung

Bis heute sind zahlreiche weitere Veranstaltungsformate und Projekte hinzugekommen. Vom „Energiecafé“, einem gemütlichen Talk zu Fragen der Energieversorgung, über die Vortragsreihe „Luftfahrt der Zukunft“ bis zum Vermittlungsprojekt „Experten in der Schule“. Events, die von Anfang an so erfolgreich waren, dass sie bis heute regelmäßig stattfinden. Den „Giant Science Slam“, die Jubiläumsausgabe zum 10-jährigen Geburtstag erlebten 2000 Besuchern in der ausverkauften Braunschweiger Stadthalle live mit. Nicht nur berichten und erklären, sondern vermitteln und begeistern: Das Erfolgsrezept wirkt, probieren Sie es aus!

 

Text: Jan Engelken

Titelbild: Publikum beim Science-Slam. Haus der Wissenschaft Braunschweig/F. Koch