Praktisch, vielfältig und ganz einfach: Nachhaltig leben in Braunschweig

Bis zum Jahr 2020 soll die Region Braunschweig-Wolfsburg Referenzregion für Arbeit und Lebensqualität sein. Bereits seit 2014 ist Braunschweig offiziell Fairtrade-Stadt und bekennt sich damit zu sozial gerechter Ökonomie und Ökologie. Damit ist die Löwenstadt in punkto Nachhaltigkeit ganz vorn mit dabei und sorgt mit vielen praktischen Angeboten für eine hohe Lebensqualität. Wir geben einen kleinen Überblick und zeigen, dass Nachhaltigkeit im Alltag nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel schonen kann.

Der Klassiker: Obst und Gemüse aus der Kiste

An Tomaten und Erdbeeren im Winter haben wir uns gewöhnt. Auch daran, dass Obst und Gemüse quer durch die Welt zum Endverbraucher gefahren werden. Das ist praktisch und preiswert – aber wenig nachhaltig. Die Gemüsekiste ist ein Klassiker der regional-nachhaltigen Lebensmittelversorgung. Sie wird von vielen Bauern- und Biobauernhöfen in der Region angeboten, einfach „Gemüsekiste Braunschweig“ in die Suchmaschine eingeben. Die Lieferung erfolgt auf Wunsch direkt vor die Haustür. Die Erzeugung in unmittelbarer Nähe schafft nicht nur verkehrs- und umweltschonende Transportwege, sondern auch Vertrauen und Transparenz: Man weiß, was man hat und wie es hergestellt wird.

Foto: CC0-Lizenz, Pixabay https://pixabay.com/en/vegetables-garden-harvest-organic-790022/

Überflüssiger Abfall? Weg damit!

Beim Standard-Supermarktprodukt sieht es leider anders aus. Außerdem: Was industriell hergestellt und in großen Mengen transportiert wird, ist üblicherweise entsprechend verpackt. Darüber hinaus locken Verpackungen Kunden an und können über den wahren Inhalt hinwegtäuschen. Sparen Sie sich und der Umwelt eine Menge Abfall und verzichten Sie auf Verpackungen bei Lebensmitteln. Netter Nebeneffekt: Sie lernen, Ihren Bedarf an Ihrem realen Verbrauch zu orientieren und nicht nach Verpackungsgrößen. Wo es das in Braunschweig gibt? Bei Wunderbar Unverpackt in der Fallersleber Straße.

Im Wunderbar Unverpackt gibt es von Lebensmitteln bis hin zu Dingen des täglichen Gebrauchs alles ohne Verpackung. Foto: BSM

Teilen statt Wegwerfen

Als Restmüll industrieller Nahrungsmittel bleibt nicht nur die Verpackung übrig, sondern häufig auch das Produkt selbst. Sei es, weil man zu viel gekauft und keinen Appetit mehr hat oder weil das Mindesthaltbarkeitsdatum naht. Aber nur weil man den Appetit verliert, verliert das Nahrungsmittel nicht seinen Wert. Vielleicht ist es die Leibspeise für einen Menschen in Ihrer Nachbarschaft? Finden Sie es heraus und teilen Sie Ihr Essen mit anderen. Das Prinzip nennt sich Food Sharing, ist (zum Teil) netzbasiert, sozial und umweltbewusst – einfach voll im Trend!

Nachhaltig Essen – und Essen gehen

Wer gerne auswärts isst, findet Snacks, Leckereien und Speisen aus nachhaltigen Bioprodukten, teilweise auch vegan, zum Beispiel bei Bellybutton Food, Erna & Käthe oder im Restaurant Brodocz. Fans der Haute Cuisine haben auch in Braunschweig beste Chancen auf ein besonders nachhaltiges Geschmackserlebnis. Im gehobenen Restaurantsegment wird traditionell besonders Wert auf hochwertige und regionale Zutaten gelegt.

Lecker, bio und gut: Svenja und Nina achten darauf, dass die Produkte in der makery von Firmen stammen, die sich engagieren. Foto: BSM

emil statt Auto

Dass Autofahren in vielerlei Hinsicht wenig nachhaltig ist, ist klar. Ob das eher am klimaschädlichen Verbrauch fossiler Rohstoffe liegt oder am ressourcenintensiven Individualverkehr an sich, ist eine andere Frage. Vermeiden Sie einfach beides, indem Sie soweit wie möglich öffentliche Verkehrsmittel nutzen. In Braunschweig können Sie das mit dem akkubetrieben, hochmodernen emil der Braunschweiger Verkehrs GmbH sogar besonders nachhaltig.

Sparen mit Car Sharing

Nichtsdestotrotz ist ein Auto hin und wieder sehr nützlich. Ein Grund für den Autokauf? Wenn Sie im Jahr weniger als 10.000 Kilometer fahren: Nein. Hier fahren Sie mit einem Car Sharing Anbieter im wahrsten Sinne des Wortes besser und preiswerter. In Braunschweig sind die Unternehmen Flinkster und Greenwheels mit einer großen Flotte an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet vertreten. Sobald die unkomplizierte Registrierung abgeschlossen ist, können Sie im Netz oder per App ein passendes Fahrzeug in Ihrer Nähe reservieren. Einer der vielen Vorteile: Es ist keine monatliche Grundgebühr fällig, im Grundtarif zahlt man lediglich die Nutzung sowie gegebenenfalls eine einmalige Aufnahmegebühr.

Heinrich I. von Umwelt und Nachhalt

Individualverkehr kann selbstverständlich auch nachhaltig und umweltfreundlich sein – nämlich mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto. Das Fahrradklima in Braunschweig ändert sich langsam aber stetig zum Positiven. Für Braunschweiger ohne Fahrrad und Besucher gibt es Leihräder am Hauptbahnhof (Call a Bike und AWO Radstation) sowie in der Fahrradselbsthilfewerkstatt in der Eulenstraße. Ganz neu ist Heinrich der Lastenlöwe, das Lastenrad-Verleihsystem für Braunschweig. Heinrich I. und Heinrich II. stehen seit August dieses Jahres an zwei Standorten für Transportfahrten bereit. Das allerbeste an dem Service: Registrierung auf der Website sowie Nutzung sind kostenlos!

Heinrich der Lastenlöwe/ADFC Braunschweig e. V.

Nachhaltigkeit? Anziehend!

By the way: Nachhaltigkeit tut nicht nur uns und unserer Umwelt gut, sie kann auch richtig gut aussehen. Bei Jojeco fairfashion im Magniviertel kann man sich davon überzeugen. Aber faire und nachhaltige Mode kommt nicht nur in sondern seit Kurzem auch aus der Löwenstadt: Die Produkte des jungen Braunschweiger Modelabels Polarherz bestehen zu 100 % aus Bio-Baumwolle und wurden fair gehandelt. Pro Shirt gehen außerdem 50 Cent als Spende in Tier- und Umweltschutzprojekte. Die stylischen Hoodies, T-Shirts, Gym Bags und Jutebeutel sind ebenfalls bei Jojeco fairfashion erhältlich. Außerdem im Riptide, im No Limits Store, in der Makery und natürlich online.

jojeco im Magniviertel. „Hier kaufen die Kunden entschleunigt ein. Passend zu unserem Konzept.“ Foto: BSM

Text: Jan Engelken